Fußball

Hoeneß stellt klar: „Ich werde mich nicht zur Ruhe setzen“

Uli Hoeneß will nach Verbüßung seiner dreieinhalbjährigen Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung an die Spitze von Fußball-Rekordmeister Bayern München zurückkehren.

Das kündigte der 62-Jährige auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Klubs am Freitagabend in München an. „Ich will mich nicht sauberer machen als ich bin. Ich habe einen großen Fehler gemacht und werde für alles gerade stehen. Und dann, wenn ich zurück bin, werde ich mich nicht zur Ruhe setzen. Das war's noch nicht“, rief er den rund 1000 Mitgliedern entgegen. Diese beantworteten Hoeneß' Ankündigung mit viel Beifall.

Hoeneß war nach seiner Verurteilung Mitte März von allen Ämtern zurückgetreten. Karl Hopfner wurde mit 1587 Stimmen (fünf nein, eine Enthaltung) zu seinem Nachfolger als Präsident gewählt. Hoeneß kündigte an, während seiner in Kürze beginnenden Haftzeit über sich nachdenken zu wollen. Aufgrund der jüngeren Vergangenheit hege er regelrechten Hass gegen verschiedene Menschen. Diesen wolle er loswerden. „Plötzlich war ich ein Arschloch, ein Schwein, ein Mann, der den Leuten das Geld aus der Tasche zieht, den Leuten das Geld vorenthält“, sagte er über die Berichterstattung der Medien. Dem Gericht mache er keine Vorwürfe.

Bereits tagsüber hatte sich Bayern-Trainer Pep Guardiola zu Wort gemeldet. Drei Tage nach dem 0:4-Debakel gegen Real Madrid sagte der 43-jährige Katalane: „Nächstes Jahr werden wir mit meinen Ideen spielen. Der heftige Champions-League-K.o. habe ihn „noch mehr überzeugt“ von seiner Fußball-Philosophie, die „einfach“ sei: Ballbesitz gepaart mit Dominanz im Mittelfeld. Auch Manuel Neuer scheint vom System Guardiola überzeugt zu sein: Der Torwart verlängerte seinen Vertrag bis 2019.