Rassismus

Hertha-Profis solidarisieren sich mit Dani Alves

Bananen essen als Zeichen gegen Rassismus im Sport

Aus Solidarität mit dem brasilianischen Fußball-Nationalspieler Dani Alves hat die Prominenz aus Sport und Politik weltweit ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt und genüsslich Bananen gegessen. Auch Peter Niemeyer und Maik Franz, beide Profis des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC, beteiligten sich an der Aktion, die quer durch alle sozialen Netzwerke läuft. So veröffentlichte Franz auf seiner Facebook-Seite ein Foto, das ihn und Niemeyer an einem Restaurant-Tisch sitzend mit einer Banane in der Hand zeigt. „Respect, Dani Alves!“ schrieb er dazu.

Alves war beim Auswärtsspiel des FC Barcelona am Sonntag gegen den FC Villarreal (3:2) mit einer Banane beworfen worden und hatte diese daraufhin gegessen. Der Brasilianer hob die Banane vor einem Eckball auf, schälte sie und biss hinein. Sekunden später schlug der Verteidiger noch mit vollem Mund den Ball in den Strafraum. „Ich spiele jetzt seit elf Jahren in Spanien, und seit elf Jahren ist es immer das Gleiche. Wir werden es nicht ändern, daher muss man Witze darüber machen“, sagte der 30-Jährige.

Eine Einstellung, die weltweit viele mit ihm teilen. „Wir sind alle Affen“, schrieb Stürmerstar Neymar, Alves' Landsmann und Teamkollege in Barcelona, unter sein Twitterbild, das ihn mit seinem Sohn zeigt. Neymar hat dabei eine echte Banane in der Hand, sein Sprössling eine aus Stoff. Auch Box-Weltmeister Wladimir Klitschko beteiligte sich an den zahlreichen Bekundungen. Mit ernstem Blick twitterte der Ukrainer ein Bild mit einer geöffneten Banane, auf der Schale stand: „Nein zu Rassismus!“ Originell hatte sich Brasiliens ehemaliger Star Zico solidarisch gezeigt. Im Trainingsanzug biss der „weiße Pelé“ erst in eine einzelne Banane und schoss danach eine ganze Bananenhand aus dem Winkel eines Fußball-Tores.

Auch Italiens Nationalcoach Cesare Prandelli und Premierminister Matteo Renzi teilten sich eine Banane. Die Geste wurde bei einem Treffen im Regierungssitz festgehalten, bei dem auch der Chef des italienischen Fußballverbandes FIGC, Giancarlo Abete, und der Präsident von Italiens Olympischem Komitee Coni, Giovanni Malagó, den Rassismus-Vorfall scharf verurteilten.

Der FC Villarreal teilte unterdessen mit, dass der Werfer „dank der tatkräftigen Unterstützung der Sicherheitsbeamten und der Fans“ bereits identifiziert und ein lebenslanges Stadionverbot ausgesprochen wurde.