Basketball

Alba sichert Rang drei

Berliner besiegen Würzburg mit 85:74. Center Radosevic am Fuß verletzt

Dem Basketballteam von Alba Berlin ist der dritte Tabellenplatz in der Bundesliga vor dem Play-off-Start nicht mehr zu nehmen. Die Mannschaft von Sasa Obradovic besiegte vor 10.433 Zuschauern in der O2 World die Baskets aus Würzburg mit 85:74 (41:40). Die Franken hingegen sind durch die Niederlage dem Abgrund zur Zweiten Liga einen Schritt näher. Erst am letzten Spieltag wird sich entscheiden, ob sie oder Tübingen Absteiger Vechta in Liga zwei begleiten.

Obwohl es mehr ein Arbeitssieg als eine Gala war, zeigte sich Jan-Hendrik Jagla, der mit 17 Punkten vor Reggie Redding (13) erfolgreichster Berliner Werfer war, zufrieden. „Wir haben uns vor Wochen darauf eingeschworen, Platz drei zu verteidigen“, sagte Jagla, „und dieses Ziel haben wir jetzt erreicht.“

Den Gästen war mit dem drohenden Abstieg im Nacken anzumerken, wie sehr sie einen Sieg gegen Alba bräuchten, so unwahrscheinlich er nach den Tabellenständen auch sein mochte. Wie die Berliner starteten, ist schnell erzählt: Nach nur 1:18 Minuten nahm Sasa Obradovic die erste Auszeit. Zwei gegnerische Dreier ohne nennenswerte Gegenwehr hatten Albas Coach blitzartig in Rage gebracht.

Es gab ja einiges, woran Albas Mannschaft erinnert werden konnte. Beispielsweise, dass sie von 28 Heimspielen zuvor nur eines verloren hatte, oder auch daran, dass es um Platz drei ging. Wenn sich Obradovic auch auf eher konkret Sportliches bezogen haben dürfte, effektiver wurde sein Team vorerst nur im Angriff. Jagla brachte die Berliner erst heran, dann glich Redding zum 12:12 aus (5.). Fortan behauptete Alba eine knappe Führung.

Mit 25 Punkten der gegnerischen Mannschaft in nur zehn Minuten kann sich Obradovic auch nicht anfreunden, wenn seine mit 29 Punkten dagegen hielt. Alba wurde dann auch bissiger, Würzburg allerdings wich nicht zurück, was Opfer auf beiden Seiten kostete. Erst knickte Alba-Center Leon Radosevic mit dem rechten Fuß um und verschwand mit Physiotherapeut Jörg Blüthmann in der Kabine. Dann streckte Würzburgs Koloss Jason Boone bei einem Gerangel Akeem Vargas nieder und musste nach einem disqualifizierenden Foul die Halle verlassen. Auch ohne ihren Stammcenter blieben die Gäste allerdings auf Augenhöhe, Alba führte zur Halbzeit nur mit 41:40.

Die Partie blieb eng: die Mannschaft, die den Status des Heimgiganten zu verteidigen hatte, hielt die, die um ihr Überleben kämpfte, auf Distanz. Aber auch mit Boone wäre der viel tiefer besetzte Kader Albas, bei dem Sven Schulte zumeist auf der Bank sitzt, irgendwann zum Tragen gekommen. Gegen Würzburg war es ihm vorbehalten, mit zwei umjubelten Dreiern den gegnerischen Hoffnungen ein Ende zu setzen. David Logan und Redding legten zum 70:54 nach – das Spiel war nach dem dritten Viertel entschieden. Coach Obradovic war längst nicht so zufrieden wie Jagla. „Wir erzwingen unsere Würfe und sind nicht mehr so kreativ, wie wir es schon waren. Wenn wir so in das Play-off gehen, werden wir nicht bereit sein“, warnte der Coach. Zudem sorgte er sich um Radosevic. Die Schwere seiner Verletzung wird sich erst nach eingehenden Untersuchungen herausstellen.