DFB-Team

Nationalstürmer Gomez bangt um seinen WM-Start

Gut sechs Wochen vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien ist ein Comeback für den deutschen Nationalstürmer Mario Gomez noch immer nicht in Sicht.

Nachdem sein Trainer Vincenzo Montella vom AC Florenz am Freitag Zweifel an einer Rückkehr des Stürmers in dieser Saison und damit auch an seiner WM-Teilnahme geweckt hatte, trainierte der 28-Jährige am Wochenende weiter individuell. Gomez absolvierte keine Einheit mit der Mannschaft, wie ein Sprecher des italienischen Erstligisten am Sonntag sagte.

Rund fünf Wochen nach seiner Bänderzerrung im linken Knie wartet der Nationalstürmer damit weiter auf sein Comeback. Gomez selbst hatte vor einigen Wochen das italienische Pokalfinale gegen den SSC Neapel am 3. Mai als Ziel ausgegeben und sich optimistisch gezeigt. Eine Woche vor dem avisierten Termin scheint sein Einsatz jedoch fast schon ausgeschlossen. „Ich fürchte, dass wir ihn bis Saisonende nicht mehr sehen“, hatte Montella gesagt: „Er hat noch nie mit der Mannschaft trainiert, ein Einsatz scheint mir unmöglich.“ Gomez hatte vor knapp zwei Wochen erstmals wieder eine individuelle Einheit auf dem Platz absolviert. Damals hieß es noch, der frühere Münchner und Stuttgarter solle „in den kommenden Tagen“ wieder ins Teamtraining einsteigen.

Die Rückkehr verzögerte sich jedoch. Gomez flog in der vergangenen Woche nach Angaben seines Klubs erneut nach Deutschland, wo er sich schon direkt nach der Verletzung von DFB-Teamarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt hatte behandeln lassen. In der WM-Saison hat Gomez bislang insgesamt mehr als sechs Monate wegen Verletzungen (Innenbandteilriss und Sehnenentzündung im rechten Knie) gefehlt.

Am 8. Mai präsentiert Bundestrainer Joachim Löw sein vorläufiges WM-Aufgebot – bis dahin wird Gomez voraussichtlich kein Spiel mehr bestreiten. Auch in den zwei danach noch ausstehenden Ligapartien ist sein Einsatz Montella zufolge unwahrscheinlich.

In Italien kursieren zudem Gerüchte, dass Gomez im Sommer nach nur einer Saison in Italien nach Deutschland zurückkehren könne. „Er ist ein großer Spieler von erster Klasse, den wir wollten und bekommen haben. Es tut mir leid, ihn bislang nur so kurz gehabt zu haben“, sagte Montella und ergänzte: „Ich glaube, es ist unwahrscheinlich, dass er weggeht, aber das hängt sicher auch von seinem Willen ab.“

Der ist zunächst voll auf die WM-Teilnahme ausgerichtet. Doch für den Bundestrainer steht diesbezüglich keine leichte Entscheidung bevor. Zu schaffen macht Löw ebenso, dass in Miroslav Klose von Lazio Rom auch der zweite gesetzte Stürmer mit vielen Verletzungen zu tun hatte in dieser Saison. Der Dortmunder Mittelfeldspieler Ilkay Gündogan wird die WM wegen einer Nervenwurzelentzündung im Rücken bereits verpassen, Sami Khedira von Real Madrid trainiert nach einem Kreuzbandriss immerhin wieder gut und soll noch vor Saisonende einsatzbereit sein.