Kritik

Mourinho erntet herbe Kritik für Chelseas Mauertaktik

José Mourinho hat sich bei seiner Rückkehr nach Madrid keine Freunde gemacht. „Widerlich, abstoßend, abscheulich, unsympathisch.

Das war kein Fußballspiel mehr“, schimpfte die Zeitung „Marca“ nach der Nullnummer im Halbfinal-Hinspiel des FC Chelsea in der Champions League bei Atlético Madrid. Der einstige Real-Trainer Mourinho verteidigte seine Mauertaktik: „Niemand geht in ein Spiel und denkt an ein 0:0“, meinte er. Aber es sei wichtig gewesen, kein Tor zu kassieren. „As“-Blattdirektor Alfredo Relaño antwortete in seiner Kolumne: „Da wurde gegen alles getreten, was sich bewegt, und der Ball war kaum am Boden. Das war eine Folter, die niemand verdient hat.“

Mourinho lässt die Kritik am „englischen Catenaccio“ („Marca“) kalt. „Wir hatten drei oder vier Ecken, ein paar Freistöße. Wenn wir aus einer dieser Situationen getroffen hätten, wäre es ein sehr gutes Ergebnis gewesen“, sagte der Coach. Der Portugiese hatte den Blues im ersten Duell einmal mehr seine pragmatische Defensivtaktik auferlegt, in der selbst Stürmer Fernando Torres phasenweise mehr Zeit vor dem eigenen als vor dem gegnerischen Tor verbrachte. Allerdings muss Chelsea nun länger auf Torhüter Petr Cech und Abwehrchef John Terry verzichten. Der Tscheche hatte sich an der Schulter verletzt, Terry erlitt eine Fußverletzung.

Atlético-Trainer Diego Simeone blieb im Gegensatz zu den spanischen Medien fair: „Jeder spielt so, wie er will. Wir haben mit allen Mitteln versucht, mindestens ein Tor zu erzielen, aber der Gegner hat sehr gut verteidigt. Im Rückspiel werden wir sehen, für wen dieses 0:0 am Ende ein gutes Ergebnis war.“