Tischtennis

Eastside jubelt über perfekte Saison

Tischtennis-Team strebt nach zwei Pokalsiegen nun auch die erste Deutsche Meisterschaft an

Soll keiner sagen, im Frauen-Tischtennis sei nichts besser geworden. Vor zwei Jahren noch, nach ihrem ersten Champions-League-Triumph im Wiener Vorort Schwechat, hatten die Spielerinnen des TTC Eastside an einer Autobahnraststätte Halt gemacht, um bei Fastfood und brauner Limonade zu feiern, was sie da vollbracht hatten. Glücklich waren sie trotzdem, aber schöner ließ sich der zweite Erfolg in Europas Königsklasse doch am Sonntag in einer Marina Istanbuls zelebrieren. „Super Stimmung hier“, jubelte Irene Ivancan mit Blick auf viele Bars, Restaurants und den Jachthafen, der zu Fenerbahce Istanbul gehört, dem Klub, den sie und ihr Team zuvor 3:0 bezwungen hatten.

In einem dieser Restaurants, dem „Happy Moon“, hatte auch der TTC-Tross ein Plätzchen gefunden, seinen großen Pokal mehrfach mit Sekt auffüllen lassen und den Moment genossen. „Perfekt, perfekt, perfekt“, bejubelte Präsident Alexander Teichmann den Sieg – oder zählte er schon die Titel dieses Jahres durch? Im Januar waren seine Damen deutscher Pokalsieger geworden, jetzt sind sie auch bestes Team Europas, und am ersten Meisterschaftsgewinn gibt es keine Zweifel. Schon ein Unentschieden am Ostersonntag beim TTC Bingen/Münster-Sarmsheim würde reichen, im viertletzten Saisonspiel. Bisher haben die Berlinerinnen aber in 16 Partien gegen nationale Konkurrenz immer gewonnen. Da geht nichts mehr schief.

Natürlich stellt sich in solch schönen Momenten auch die bange Frage: was jetzt noch? Lässt sich das wiederholen? Wohl nicht, schon in diesem Finale war Fenerbahce eigentlich zu stark aufgestellt. Zusätzlich hatten die Türken den Druck erhöht; angeblich sollte jede Spielerin 10.000 Euro Extraprämie für den Champions-League-Sieg erhalten. Vielleicht war das zu viel Druck. Jetzt müssen die Verliererinnen um ihre Jobs bangen, es heißt, Istanbul wolle zwei Chinesinnen aus den Top Ten der Welt verpflichten. Da kann ein Klub wie Eastside nur staunen, nicht mithalten.

Und versuchen, die Sportart populärer zu machen, „mit Events“, wie Teichmann sagt. Bundesligaspiele gegen Watzenborn-Steinberg oder die Leutzscher Füchse sind da nur bedingt geeignet. Eher schon die Ausrichtung des Final Four um den deutschen Pokal, um die sich Eastside bewirbt. Oder ein Aufeinandertreffen mit Chinas Meister, das die Berliner jetzt anstreben.

So weit wollte Irene Ivancan nicht denken, sowieso nicht, denn sie verlässt im Sommer den Berliner Klub. Die EM-Zweite von 2011 zählte den Triumph in Istanbul zu „meinen Top 3. Mannschaftssiege sind einfach eine tolle Geschichte, weil man sich so mit seinen Mitspielerinnen freuen kann. Und in dieser Saison haben wir extrem starke Konkurrenz geschlagen.“ Sie hat recht. Jetzt noch den Meistertitel, dann kann man wirklich nicht mehr viel verbessern.