Golf

Kaymer kämpft gegen die Krise seines Lebens

Deutscher Golfstar hofft beim Masters auf eine Trendwende

Der Start in die „Woche der Wahrheit“ ging für Martin Kaymer, 29, schon mal kräftig in die Hose. Wertvolle Ratschläge wollte sich der einstige Golfstar holen, als er mit Altmeister Bernhard Langer, 56, die obligatorische Trainingsrunde vor dem US Masters in Augusta (ab Donnerstag) absolvierte. Dann aber setzte heftiger Regen ein, Abbruch – vorbei war es mit der so wertvollen Platzanalyse an der Seite des zweimaligen Champions aus Anhausen.

Dabei liegen bei Kaymer offenbar ohnehin die Nerven blank. Nach seinem misslungenen Comeback in der vergangenen Woche in Houston meidet der ohnehin medienscheue Rheinländer in diesen Tagen noch mehr als sonst die Öffentlichkeit – Fragen sind unerwünscht. Denn der gebürtige Düsseldorfer steckt in einer tiefen Formkrise, in der vielleicht tiefsten seiner bisherigen Karriere.

Vier Wochen Wettkampfpause hatte sich Kaymer auch deshalb gegönnt und nach „viel Training“ am 1. April seine Rückkehr auf die Tour angekündigt. „Bestens vorbereitet“ wollte er eigenen Angaben zufolge sein – die selbstbewusste Ansage entpuppte sich eher als ein schlechter Aprilscherz. Denn Kaymer scheiterte bei der Houston Open am Cut und stürzte in der Weltrangliste bis auf den 63. Rang ab. Vor drei Jahren war er mal die Nummer eins gewesen.

Vier Mal den Cut verpasst

Und ausgerechnet jetzt wartet als erster echter Höhepunkt des Jahres das von Kaymer wahrscheinlich ungeliebteste der vier Major-Turniere. Er freue sich auf das Masters, schrieb Kaymer gleichwohl bei Facebook, und auch „auf die nächsten Wochen“, in denen er noch fünf weitere Turniere spielen werde. Aber eine realistische Chance auf eine vordere Platzierung besitzt er im Augusta National Golf Club eigentlich nicht.

Denn die häufig nach links verlaufenden Bahnen stellen ihn noch immer vor Probleme. Den dafür benötigten „Draw“ beherrscht Kaymer noch nicht in Perfektion, obwohl er vor Jahren auch deshalb seinen Schwung umgestellt hatte – der Anfang vom Ende, weil er für bessere Chancen in Augusta sein bis damals noch gutes Gesamtspiel opferte.

Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es für Kaymer trotz seines Formtiefs daher zumindest auf eine persönliche Bestleistung. Sechs Mal war er an der legendären Magnolia Lane bislang an den Abschlag gegangen, vier Mal verpasste er den Cut. Dann veränderte er den Schwung – und belegte 2012 den 44. Rang und im Vorjahr den 35. Platz. Immerhin. „Wieder viel gelernt“, lautete das Resümee. Mal sehen, wie viel.