Champions League

„Plünderer“ Rooney meldet sich fit für Duell gegen Bayern

Der Stürmer soll Manchesters verkorkste Saison retten

Als Wayne Rooney am Dienstagmorgen im „Aon Training Complex“ südwestlich von Manchester den Rasen betrat, atmete das Fußball-Mutterland auf. Der lädierte Zeh des englischen Nationalstürmers, das war jetzt klar, wird halten, und Rooney, der wichtigste Spieler von Manchester United, im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League heute beim FC Bayern mitwirken können. Notfalls eben dank Schmerztabletten oder gar einer Spritze.

Rooney ist der Anführer der Red Devils, der „Plünderer“ im gegnerischen Strafraum, wie ihn der „Guardian“ kürzlich nannte. Für Bayern-Trainer Pep Guardiola ist der 28-Jährige schlicht „einer der besten Spieler, die ich in meiner Karriere gesehen habe“. Rooneys Mitwirken ist enorm wichtig für United, schließlich steht für den Klub einiges auf dem Spiel: „Das ist eine ganz wichtige Partie für uns“, sagte Rooney. „Ein Weiterkommen würde unsere Saison retten.“ In der Premier League ist United nur Tabellen-Siebter und droht erstmals seit einem Vierteljahrhundert die Europapokal-Plätze zu verpassen.

„Wir müssen zeigen, dass wir auch ein gutes Team sind“, forderte Rooney. Wie wichtig Rooney für Manchester ist, zeigt eine Statistik: Er schießt im Durchschnitt alle 90 Minuten ein Tor, oder gibt wenigstens einen Assist. Mit 17 Saisontreffern ist er der gefährlichste United-Stürmer. In der Kontertaktik, auf die sein Trainer David Moyes auch in München setzen dürfte, kommt ihm als Verbindungsspieler zu Spitze Danny Welbeck eine Schlüsselrolle zu. Der etatmäßige Sturmpartner Robin van Persie fehlt verletzt. Damit Rooney mitwirken kann, arbeitete er am Sonnabend an der Fitness, während die Kollegen ohne ihn 4:0 in Newcastle gewannen – übrigens mit einer verglichen zum Bayern-Spiel auf acht Positionen veränderten Elf.

So wie Chelsea im „Finale dahoam“

United hat klar vor Augen, wie der Coup gegen die Münchner klappen soll: Ganz so, wie es der FC Chelsea 2012 tat, als er den Bayern das „Finale dahoam“ ruinierte. Es mag komisch klingen, meinte Abwehrspieler Patrice Evra, aber diese seltsame United-Saison mit einer finsteren Bilanz in der Liga aber auch guten Auftritten in der Königsklasse erinnere ihn an Chelsea im Jahr des Titelgewinns. „Jeder weiß, was Chelsea im Finale geschafft hat“, fügte Kollege Phil Jones an. Damals gelang Didier Drogba per Kopfball nach Ecke der späte Ausgleich. Das hatte Manchester ja auch im Hinspiel gegen die Bayern so gemacht, als Nemanja Vidic per Kopf nach Ecke traf. „Die Bayern“, betonte Moyes, „haben gegen viele Mannschaften leichtes Spiel – gegen uns nicht“.