Motorsport

Wütender Ferrari-Boss reist vor Rennende aus Bahrain ab

Nichts fürchten sie bei Ferrrari mehr, als eine Wiederholung der schlimmsten Formel-1-Durststrecke der Firmengeschichte.

21 Jahre lagen zwischen dem Triumph des Südafrikaners Jody Scheckter 1979 und jenem von Michael Schumacher im Jahr 2000. Mittlerweile ist die titellose Zeit bei den Roten Rennern schon wieder auf sechs Jahre angestiegen. Letzmals durfte sich Kimi Räikkönen 2007 feiern lassen.

Die momentan letzte Vorstellung seiner Scuderia in der Königsklasse war für Rennstall-Chef Luca di Montezemolo jedenfalls nicht mehr in Gänze erträglich. „Mir gefällt es nicht, Ferrari in dieser Verfassung zu sehen“, nörgelte der 66-Jährige nach dem für seinen Rennstall trostlosen Grand Prix in Bahrain am Sonntag. Di Montezemolo flüchtete noch vor dem Ende der 57 Sakhir-Runden in Richtung Flughafen. Verpasst hat er nichts. Fernando Alonso als Neunter und Kimi Räikkönen als Zehnter waren chancenlos. „Ich hatte keine hohen Erwartungen an das Rennen, aber mit etwas mehr hatte ich schon gerechnet. Ferrari so langsam auf der Geraden zu sehen, ist schmerzhaft“, meinte der Patron nach seiner Rückkehr nach Italien.

Räikkönen war ebenfalls bedient. „Es hat nicht geholfen, dass mir gleich zwei Leute in die Kiste gefahren sind. Zuerst Magnussen wie in Malaysia. Später ein Toro Rosso“, grantelte der Finne. „Unser Fokus muss darauf liegen, Tag und Nacht zu arbeiten“, forderte der zweimalige Weltmeister Alonso (2005 und 2006) angesichts der Defizite in der Motorenleistung. Doch dann wurde er unerwartet duldsam. „Generell war das Auto nicht schlecht. Mein Start war gut, die Strategie stimmte, an den Boxenstopps gibt es nichts auszusetzen.“ Der Spanier hatte vor Bahrain massiv Kritik geübt – und vermutlich umgehend eine Audienz bei di Montezemolo bekommen. Diese Zwiegespräche waren bei Ferrari noch nie ein Zuckerschlecken.