Trennung

Das Lächeln ist geschmolzen

Eiskunstlaufpaar Savchenko/Szolkowy trennt sich nach dem fünften WM-Gold im Streit und verzichtet auf 45.000 Dollar

Das Lächeln bei der WM-Abschlussgala war nur noch Show. Nach elf Jahren und fünf WM-Titeln endet die gemeinsame Karriere von Aljona Savchenko und Robin Szolkowy mit Krach und Vorwürfen. Weil die 30 Jahre alte gebürtige Ukrainerin einen neuen Anlauf auf Olympia-Gold mit dem französischen Paarläufer Bruno Massot nehmen will, ist Szolkowy die Lust auf die Schaulauf-Auftritte im Anschluss an die Eiskunstlauf-WM in Japan vergangen. „Ich verstehe die Welt nicht mehr, wir könnten in drei Tagen 45.000 Dollar verdienen. Wenn Robin die nicht mitnehmen will, ist das seine Sache“, sagte Savchenko.

Szolkowy hat genug von dem Theater hinter den Kulissen um die Zukunftspläne und wollte mit seiner Schweizer Freundin nur noch nach Hause. Nach der Niederlage in Sotschi mit der olympischen Bronzemedaille ließ er sich zwar überreden, die Titelkämpfe in Saitama bei Tokio zu bestreiten. Aber sogar beim erneuten WM-Triumph war die Stimmung gedrückt, der 34-Jährige wirkte einsilbig und traurig. „Alles, was ich sagen würde, würde das Ganze noch schlimmer machen“, sagte Szolkowy.

Trainer Ingo Steuer und Savchenko werfen ihm vor, sich nicht an die Abmachung gehalten zu haben, erst Ende April die Zukunftspläne offenzulegen. Angeblich soll Szolkowys Freundin die neue Liaison Savchenkos mit Massot an dessen derzeitige Partnerin Daria Popowa ausgeplaudert haben. „Schade, wir sind wie eine Familie gewesen. Aber das ist böse“, sagte Savchenko. Sie selbst hatte aber in Sotschi die Gerüchte gestartet.

Szolkowy wird die Sache anders sehen, will das Ganze aber nicht noch befeuern. Er machte zwar bei zwei Winterspielen die entscheidenden Fehler, hatte aber über Jahre die undankbarste Rolle in dem Trio aus Sachsen. Er war es, der mit seiner ausgleichenden Art die auch privat liierten und oft zu sehr vom Ehrgeiz getriebenen Savchenko und Steuer mäßigte. „Wir haben ihn oft bewundert, es war nicht einfach“, sagte Udo Dönsdorf, Sportdirektor der Deutschen Eislauf-Union (DEU). Nun soll der WM-15. Massot den Part an der Seite Savchenkos übernehmen. In der Hinterhand hat „die weltbeste Paarläuferin“ (Steuer) noch Anfragen von russischen Läufern, falls es mit Massot doch nicht so gut klappen sollte.

Steuer kennt den Franzosen gut. Der 25-Jährige trainierte mit Popowa fast ein Jahr bei ihm in Chemnitz. Die Verhandlungen mit dem französischen Verband sind vorangeschritten, es geht vor allem um die Bezahlung. Wegen seiner Stasi-Vergangenheit darf Steuer von der DEU immer noch nicht honoriert werden. Savchenko/Massot wären bei einem Verbandswechsel ohnehin ein Jahr gesperrt und können in Ruhe überlegen, ob die gebürtige Ukrainerin tatsächlich auch noch einmal Französin werden will. Für einen Start bei Olympischen Spielenmüsste sie das, für Europa- und Weltmeisterschaften nicht.