Remis

Hoeneß sieht nichts Schönes

Bayerns Siegesserie reißt. Steuerfahnder errechnen höhere Betrugssumme

Die Siegesserie ist gerissen: Bayern München hat nach dem vorzeitigen Gewinn der 24. Meisterschaft am Dienstag in Berlin erstmals nach 19 Erfolgen seit dem 5. Oktober ein Bundesliga-Spiel nicht gewonnen. Beim 3:3 (3:2) gegen 1899 Hoffenheim zeigte sich die umformierte Mannschaft von Trainer Pep Guardiola beim 53. Bundesliga-Spiel in Folge ohne Niederlage nicht in bester Verfassung, vor allem in der Defensive.

„Wenn wir so spielen wie in der zweiten Halbzeit, sind wir in Manchester nicht Favorit“, sagte Pep Guardiola vor dem Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League, nur wird da aber wohl eine ganz andere Elf auf dem Platz stehen – und mit einer anderen Einstellung. „Manchmal ist es eine Lehre, wenn du nicht gut spielst“, meinte Guardiola.

Aber da war auch noch die äußerst unangenehme Nachricht, dass sein Lieblingsspieler Thiago bis zum Saisonende ausfällt. Diagnose: Ausgedehnter Innenband-Teilabriss im Knie. „Bitter“, sagte Kapitän Philipp Lahm, der Spanier sei schließlich ein Spieler mit „dem gewissen Etwas“. Gleich „katastrophal“ nannte Thomas Müller den Ausfall. Und Guardiola selbst urteilte: „Wir sind ein bisschen weniger ohne ihn.“

Roberto Firmino beendete die Siegesserie der Münchner mit seinem Tor zum 3:3 in der 74. Minute. „Mit ein bisschen Glück gewinnen wir hier sogar“, sagte Torhüter Jens Grahl. Zu Recht: In der 90. Minute musste Manuel Neuers Vertreter Tom Starke einen Schuss von Sebastian Rudy entschärfen, er verhinderte die erste Bundesliga-Niederlage seit Oktober 2012 (1:2 gegen Leverkusen).

Nach zahlreichen Nachlässigkeiten und dem Treffer zum 0:1 von Anthony Modeste (23.) hatte Bayern kurz mal aufgedreht: Claudio Pizarro (31. und 40.) und Xherdan Shaqiri (34.) erzielten drei Treffer in neun Minuten. Kurz vor der Pause kam Hoffenheim durch einen Freistoß von Sejad Salihovic heran (44.). Dann traf Firmino.

Erstmals nach seiner Verurteilung als Steuerbetrüger saß Uli Hoeneß im Stadion. Wie der „Focus“ berichtet, soll der ehemalige Bayern-Präsident und -Aufsichtsratschef noch mehr als die bekannten 28,5 Millionen Euro hinterzogen haben. Die Steuerfahndung Rosenheim, die derzeit die kompletten Unterlagen des Hoeneß-Kontos bei der Züricher Vontobel Bank durcharbeitet, soll bereits eine hinterzogene Summe von mehr als 30 Millionen Euro errechnet haben. Voraussichtlich war Hoeneß vorerst zum letzten Mal im Stadion, da er nach Ostern seine Strafe in der Justizvollzugsanstalt Landsberg antreten wird.