Deutscher Meister

Bei Guardiola traut sich keiner mehr, wild zu feiern

Gebremste Party in Berlin, da jeder an die K.o.-Spiele denkt

Müde, aber ohne Kater schlichen die Trophäenjäger des FC Bayern nach ihrer „Meisterfeier light“ zum Mannschaftsbus. Philipp Lahm winkte nach kurzer Nacht den wartenden Anhängern vor dem Hotel zu, Bastian Schweinsteiger schrieb als einziger Autogramme. Nach der Rekord-Meisterschaft am 27. Spieltag war er als Letzter bis morgens sechs Uhr bei der mannschaftsinternen Party in der Szenebar Kitty Cheng geblieben (zwei Stunden länger als Trainer Guardiola) – ohne über die Stränge zu schlagen. Die Bierdusche war ja schon im Stadion aus-, und der Trainingsanzug demonstrativ angeblieben.

Denn in Champions League und Pokal stehen die großen K.o.-Spiele jetzt erst an, und jeder kämpft um einen Platz in der Startelf. „Es gibt noch weitere Titel zu gewinnen“, meinte Kapitän Lahm dazu. Seinem Trainer wird das gefallen haben. Der Spanier, der bislang drei Titel im ersten Münchner Jahr einheimste, hat fraglos noch viel vor. „Solange er die Voraussetzungen vorfindet, Fußball nach seinen Vorstellungen zu präsentieren, arbeitet er unermüdlich weiter, von Spiel zu Spiel. Titel kommen von alleine“, erklärte Hollands einstiger Weltstar Johan Cruyff, 66. „Dieser Trainer und dieser Verein haben sich sehr gut aufeinander abgestimmt. Ich denke, die Chemie zwischen ihm und Bayern hat ein bisschen was von Perfektion. Sie stimmt total.“ Berlin war erst der Anfang.