Erfolg

Stevens wechselt seinen ersten Sieg ein

Stuttgart feiert gegen den Hamburger SV dank Maxims Treffer den ersten Erfolg seit Dezember

Es war ein bisschen so, als habe der VfB Stuttgart gerade die Meisterschaft gewonnen. Als endlich der erste Sieg seit dem 7. Dezember feststand, da ging ein Aufschrei durch das Stadion. Alexandru Maxim, Schütze des Siegtreffers beim 1:0 (0:0) gegen den Hamburger SV, sank erleichtert auf die Knie, seine Mitspieler umarmten sich, das Publikum feierte.

„Das fühlt sich schon sehr gut an“, sagte Konstantin Rausch stellvertretend für seine Mannschaft. Der VfB hat allerdings nach einem fürchterlich anzusehenden Spiel, dem „vielleicht schlechtesten seit Ewigkeiten“ (Gentner), aber keinen Grund, davon auszugehen, dass dies nun eine Wende war im Abstiegskampf. Immerhin ist Stuttgart weg von einem direkten Abstiegsplatz, wenn auch nur bis zum kommenden Mittwoch.

In der Tat hat sich außer dem Gefühl, wie es ist, ein Spiel zu gewinnen, nicht viel geändert für den VfB Stuttgart. Und auch nicht für den Hamburger SV: Beide müssen bereits unter der Woche erneut gegen einen direkten Konkurrenten antreten in diesem zunehmend dramatischen Kampf gegen den Abstieg – Stuttgart reist nach Nürnberg, Hamburg empfängt Freiburg. „Wir sind noch immer mittendrin“, warnte Gentner.

Es war freilich erstaunlich genug, dass es zumindest in diesem Keller-Duell einen Sieger gab. Das Spiel war alles andere als vergnügungssteuerpflichtig, beide Mannschaften wollten nur eines: nicht verlieren, auf einen Fehler ihres Gegners warten, vielleicht zufällig ein Tor schießen. „Das war ein klares 0:0-Spiel“, berichtete der Hamburger Torgay Arslan, und bisweilen drängte sich der Eindruck auf, dass beide Mannschaften gar kein Tor erzielen wollten. Zum Verhängnis wurden dem Hamburger SV zwei Situationen. Zunächst wurde Hakan Calhanoglu von Schiedsrichter Felix Brych (München) wegen wiederholten Foulspiels mit Gelb-Rot vom Platz gestellt (53.). Brych, klagte Arslan, habe damit „das Spiel kaputt gemacht“. Entscheidend war jedoch eher, dass VfB-Trainer Huub Stevens sich in der 63. Minute dazu entschloss, Maxim einzuwechseln. Nach diesem Signal zum Aufbruch ging noch einmal ein Ruck durch die Mannschaft.

Mirko Slomka, kurioserweise auch Trainer des Gegners beim zuvor letzten Sieg der Stuttgarter (4:2 gegen Hannover), wollte sich über den Platzverweis nicht lange aufregen. Ja, er habe sich mehr Fingerspitzengefühl von Brych gewünscht, „das ist normal“, und ja, das Resultat sei „bitter“, aber eben auch nicht mehr zu ändern. Deshalb: „Wir müssen unseren Fokus jetzt auf kommenden Mittwoch legen. Da holen wir uns die drei Punkte – hoffe ich.“ Auch Stevens dachte lieber schon voraus: „Wir haben noch acht Endspiele.“