Achtelfinal-Rückspiel

BVB malocht sich eine Runde weiter

Dortmund zieht trotz 1:2-Pleite gegen St. Petersburg ins Viertelfinale der Champions League ein

Borussia Dortmund steht trotz einer glanzlosen Vorstellung zum zweiten Mal in Folge in der Runde der besten acht Mannschaften Europas. Im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League konnte sich der Vorjahresfinalist gegen Zenit St. Petersburg sogar eine 1:2 (1:1)-Heimniederlage erlauben. Das erste Duell in Russland hatte der deutsche Vizemeister mit 4:2 gewonnen.

Nunmehr winkt dem Team von Trainer Jürgen Klopp das Viertelfinale, in dem das Hinspiel allerdings ohne den gelbgesperrten Torjäger Robert Lewandowski stattfinden wird. „Das war kein perfektes Spiel, aber wir sind weiter. Wir wissen, dass wir besser spielen können“, sagte Lewandowski nach der Partie.

Nach der Führung für die Russen durch Hulk (16. Minute ) sorgte BVB-Kapitän Sebastian Kehl vor 65.829 Zuschauern im ausverkauften Stadion mit seinem ersten Treffer in der Königsklasse überhaupt für den beruhigenden Ausgleich (38.). José Salomon Rondon erzielte den Siegtreffer (73.) für die Gäste.

Lewandowski wird fehlen

„Klar haben wir heute nicht unser bestes Spiel gemacht. Aber wir können alle mit einem breiten Grinsen nach Hause gehen, denn wir sind weiter“, sagte Kehl.

Gerade einmal fünf Minuten mussten die BVB-Fans beim 80. Champions-League-Auftritt der Borussen auf die erste große Chance ihrer Mannschaft warten. Doch Pierre-Emerick Aubameyang köpfte nach einer Maßflanke von Marcel Schmelzer aus fünf Metern neben das Tor. Mit dem Wissen um das komfortable Polster aus dem ersten Duell drei Wochen zuvor versuchte der BVB das Spiel zu kontrollieren. Doch die Russen bauten zunehmend Druck auf und kamen durch den kräftigen Distanzschuss von Hulk aus 25 Metern prompt zum 1:0. Wie schon gegen Mönchengladbach (1:2) am Sonnabend präsentierte sich die BVB-Abwehr allzu unkonzentriert. Das Tor schien die Gäste neu zu motivieren, aber auch der BVB zeigte eine Reaktion: Kevin Großkreutz zwang Zenits Keeper Wjatschislaw Malafejew mit einem Distanzschuss zu einer Glanzparade.

Im Verlauf der ersten Halbzeit übernahmen die Borussen zunehmend die Regie, das Gegentor schien wie ein Weckruf gewirkt zu haben. Allerdings blieb Dortmund spielerisch erneut Vieles schuldig. Sieben Minuten vor der Pause sorgte Kehl mit einem Kraftakt nach Flanke von Schmelzer per Kopf für den Ausgleich, der die Nerven des BVB beruhigte. Verzichten musste BVB-Coach Klopp gegen die Russen wie schon in der Bundesliga auf Marco Reus, Torschütze im Hinspiel, der noch immer über muskuläre Probleme klagt. „Wir haben viele Ausfälle. Dass wir trotzdem unter den besten acht Teams sind, zeigt, dass wir eine gute Saison spielen. Für uns ist das eine tolle Sache“, sagte Kehl.

St. Petersburg, das von seinen vergangenen sieben Liga-Begegnungen nur eine gewann, weshalb Trainer Luciano Spalletti für André Villas-Boas den Trainerstuhl räumen musste, fehlte die Klasse und Durchschlagskraft, um den BVB in der zweiten Halbzeit vor größere Probleme zu stellen. Dennoch gelang den Gästen, bei denen Villas-Boas am Donnerstag vorgestellt wird, nach einer Unachtsamkeit von Nationalspieler Mats Hummels der zweite Treffer.

Die Gelbsperre von Lewandowski trübte die Stimmung. Außerdem verletzte sich Schmelzer (Adduktoren) und wird wohl länger ausfallen. Zudem hatten die BVB-Spieler eine kritische Stimmung bei ihren Fans ausgemacht und ärgerten sich darüber: „Das gefällt mir überhaupt nicht“, sagte Großkreutz. „Wir geben immer alles. Dann sollte man die Mannschaft auch nach vorn peitschen.“ Auch Nuri Sahin wurde deutlich: „Ich habe das Gefühl, dass wir uns dafür entschuldigen müssen, dass wir unter den besten Acht sind.“ Trainer Klopp lobte dagegen sein Team: „Wir sind hochverdient weiter, weil die Jungs sich einen Wolf gekämpft haben. Sie haben sich den Allerwertesten aufgerissen.“

Van Persie rettet Manchester

Im anderen Spiel des Abends stand Robin van Persie im Zentrum der Aufmerksamkeit: Der Niederländer hat Englands Rekordmeister Manchester United im Alleingang ins Viertelfinale geschossen. Drei Wochen nach der überraschenden 0:2-Pleite bei Olympiakos Piräus traf der Stürmer beim 3:0 (2:0) im Achtelfinal-Rückspiel gegen die Griechen gleich dreimal: Van Persie brachte die Red Devils in der 25. Minute per Foulelfmeter in Führung, legte nach Vorarbeit von Wayne Rooney nach (45.+1) und versenkte nach der Pause einen direkten Freistoß (51.). Trotz eines Sturmlaufes verpassten die nie aufsteckenden Gäste ihren ersten Viertelfinal-Einzug in der Königsklasse seit 15 Jahren.

Für Manchesters Trainer David Moyes war es ein enorm wichtiger Erfolg: Nach zuletzt vielen Rückschlägen wäre der Nachfolger von Sir Alex Ferguson womöglich bei einem Ausscheiden seinen Job losgewesen.