Handball

Stochl überragt bei Füchse-Sieg gegen Lemgo

Der Berliner Torhüter zeigt 21 Paraden beim 26:22-Erfolg

In vollem Sprint und ganz allein lief er auf Petr Stochl zu. Florian Kehrmann schlug erst einen Haken nach rechts, dann einen nach links. Und dann hob er auch schon ab und spannte den rechten Wurfarm nach hinten. Aus dem Tor der Füchse kam Stochl herangeflogen, der Tscheche streckte Arme und Beine von sich. Mit Erfolg: Er wehrte den harten Wurf von Kehrmann, einst 223 Mal für die deutsche Nationalmannschaft im Einsatz, ab. Prompt schallten „Petr Stochl“-Sprechchöre von den 6500 Zuschauern auf den Rängen der Schmeling-Halle. Es bliebt nicht die einzige Heldentat des Berliner Torhüters. Er war mit 21 Paraden der Garant für den 26:22 (14:12)-Erfolg der Berliner im Handball-Bundesligaspiel gegen den TVB Lemgo.

„Das war für uns ein ganz wichtiger Sieg auf dem Weg nach Europa“, sagte ein sichtlich erleichterter Geschäftsführer Bob Hanning. Der Manager hatte vor der Partie gefordert, dass die Mannschaft bis zum Ende der Saison alle Heimspiele gewinnen müsse. Nur dann könne die erneute Qualifikation für den Europacup gesichert werden. Gestern gelang ein großer Schritt dahin.

Chance auf Europacup gewahrt

Erst vor drei Wochen waren die Lipperländer zuletzt in Berlin gewesen. Damals ging es um den Einzug in die Endrunde des deutschen Pokals. Durch ein 26:23 zogen die Berliner zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte ins Final Four (12./13. April) ein. Weiß Füchse-Coach Dagur Sigurdsson zurzeit eh nicht so recht, wie er aufgrund der Personalnot taktische Varianten im Training üben soll, so musste er gestern vor dem Anwurf weitere Hiobsbotschaften hinnehmen. Neben den vier dauerverletzten Rückraumspielern Sven-Sören Christophersen, Pavel Horak, Paul Drux und Oliver Milde meldeten sich auch noch Torhüter Silvio Heinevetter und Linksaußen Fredrik Petersen mit grippalen Infekten ab. Dafür rutschte Tom Skroblien in den Kader.

Im Tor zeigte der 37 Jahre alte Stochl von Beginn an seine Klasse. Alle 90 Sekunden gelang dem Tschechen in Hälfte eins eine Parade. Er leitete immer wieder Tempogegenstöße ein, die die Berliner Angreifer erfolgreich abschlossen. Zwar hielt Lemgo gut mit, aber die Füchse führten Regie. Nur der Vorsprung hätte zur Halbzeit höher ausfallen können.

Eine bessere Torausbeute nahmen sich die Füchse für die zweite Halbzeit vor. Allerdings gelang das zunächst nicht. In der 37. Minute schaffte der TBV den Ausgleich zum 15:15. Dann aber trat Iker Romero auf den Plan: Der Spanier verwandelte hintereinander drei Siebenmeter und warf ein Feldtor, prompt führten die Füchse mit 19:16 (45.). Es war die Vorentscheidung. Souverän spielten die Hausherren die Partie schließlich herunter. Trainer Sigurdsson war zufrieden: „Wir wussten, dass das eine Kopfsache ist. Die Mannschaft ist in die Halle gekommen, hat alles gegeben und Charakter gezeigt. Das war eine sehr, sehr gute Leistung von uns.“