Champions League

Real Madrid auch mit halber Kraft zu stark für Schalke

Schalkes junge Garde hat Cristiano Ronaldo auch beim Abschied aus der Champions League nicht stoppen können.

Knapp drei Wochen nach der 1:6-Pleite vor heimischem Publikum zogen sich die Königsblauen am Dienstag im Achtelfinal-Rückspiel mit dem 1:3 (1:1) bei Real Madrid aber immerhin achtbar aus der Affäre.

Vor 75.000 Zuschauern im Bernabeu-Stadion gelang Tim Hoogland (31. Minute) mit einem abgefälschten Distanzschuss der Treffer zum 1:1. Weltfußballer Ronaldo (21./74.) mit seinen Wettbewerbstoren 12 und 13 sowie Alvaro Morata (75.) sorgten für den standesgemäßen Erfolg der Königlichen. Da halfen am Ende auch die tollen Paraden von Schalke-Keeper Rolf Fährmann nichts mehr. „Es ist uns relativ gut gelungen, uns ordentlich aus der Champions League zu verabschieden“, sagte Torschütze Hoogland. Der Respekt vor den Gegnern war dennoch spürbar. „Die sind einfach Weltklasse“, sagte der 28-Jährige.

Die Gelsenkirchener setzten in ihrem 155. Europapokalspiel vor allem auf den Nachwuchs: Von den acht Eigengewächsen in der Anfangsformation waren vier jünger als 21 Jahre. „Viele reden davon, wir machen's“, sagte Sportvorstand Horst Heldt. Die Schalker waren bemüht, die Fehler aus dem Hinspiel zu vermeiden und den Ballkünstlern im weißen Trikot wenig Raum für ihr brillantes Kombinationsspiel zu lassen.

Das gelang dem Bundesliga-Dritten über weite Strecken auch deshalb, weil Real mit einer verstärkten B-Elf längst nicht so zielstrebig wie bei der Torejagd im Hinspiel zu Werke ging. Einen überzeugenden Auftritt legte der 19-jährige Kaan Ayhan bei seinem Debüt in der Königsklasse hin. Auch der noch ein Jahr jüngere Max Meyer zeigte keinerlei Nervosität.

Mit Blick auf den möglicherweise titelentscheidenden Clasico am Wochenende gegen den FC Barcelona hatte Real-Coach Carlo Ancelotti seine Mannschaft kräftig umgebaut. Neben Weltfußballer Cristiano Ronaldo standen in Iker Casillas, Sergio Ramos und Xabi Alonso nur noch drei Akteure aus der Startformation des Hinspiels in Gelsenkirchen auf dem Rasen. Doch auch so hatte Real genügend Chancen, um die Partie höher zu gewinnen. Dass man gegen die Spanier keine Fehler machen darf, zeigte sich beim Doppelschlag Mitte der zweiten Halbzeit. „Zwei Fahrlässigkeiten“, nannte das der bravourös haltende Fährmann, „sonst haben wir das als Mannschaft ganz gut gelöst.“ Er sah aber auch: „Real hat heute nicht hundertprozentig abgerufen, was in ihnen steckt.“