Basketball

Alba will zum Partyschreck werden

Am Tag des größten Festes in Valencia tritt das Basketballteam in der spanischen Hafenstadt an

Alba Berlin muss sich auf einiges gefasst machen: Es werden meterhohe Figuren aus Pappmaschee verbrannt, Feuerwerk wird gezündet, zu dessen Höhepunkt ohrenbetäubend Böller explodieren. Keine Angst, wenn das Berliner Basketballteam heute im Eurocup-Viertelfinale bei Valencia Basket (18 Uhr, TV Berlin und Eurosport 2) antritt, wird in der Halle zwar mächtig Stimmung sein, doch besagte „Feuerspiele“ wird es im „Pavello Font de San Lluis“ nicht geben.

Gefeiert wird in Valencia unter freiem Himmel: „Las Fallas“, so heißt das lokale Fest, das die Hafenstadt in tagelangen Ausnahmezustand versetzt, mit dem abschließenden Höhepunkt heute Abend. Damit beim zweitgrößten Fest in ganz Spanien alle richtig mitfeiern können, findet das Basketballspiel zu ungewöhnlich früher Zeit statt. Aber vielleicht werden die Berliner ja zum Partyschreck. „Valencia und Kasan sind für mich die Titelfavoriten“, sagt Albas Trainer Sasa Obradovic, „aber wir wollen uns so teuer wie möglich verkaufen.“ Bisher hat Alba eine sehr starke Vorstellung in Europa gegeben: Von 18 Spielen wurden 15 gewonnen, im Achtelfinale hat Alba den italienischen Pokalsieger Sassari aus Sardinien ausgeschaltet.

Im Eurocup 15 Siege in 18 Spielen

Das hat Selbstbewusstsein gegeben, das noch weiter gestärkt wurde durch die glanzvolle Vorstellung beim 70:58 gegen Meister Bamberg am vergangenen Sonntag. „Das gibt uns ein gutes Gefühl“, sagt Alba-Profi Alex King. Er weiß, wie’s geht: In der vergangenen Saison traf er im Eurocup mit seinem ehemaligen Klub Würzburg auf Valencia. Auswärts gab es zwar richtig Prügel (64:97), daheim siegte Kings Team allerdings mit 89:82. Er erinnert sich an die Partie in Spanien: „Da war eine unfassbare Stimmung.“

Obradovic fordert: „Wir müssen sehr geduldig und klug spielen.“ Es gilt, sich eine gute Ausgangsposition fürs Rückspiel am kommenden Dienstag in Berlin (20 Uhr, O2 World) zu verschaffen. Der Alba-Trainer gerät ins Schwärmen, wenn er über das spanische Team spricht. In einem ähnelt es Alba besonders: „Sie spielen sehr aggressiv in der Defensive.“ Valencias weitere Stärke: Bei Würfen aus der Distanz ist es noch besser als die Dreier-Spezialisten aus Sassari.

„Wir haben bisher eine hervorragende Eurocup-Saison gespielt“, erklärt Obradovic, „wir werden alles versuchen, dass das jetzt nicht zu Ende geht.“ Wie stark die Spanier sind, zeigt die Tabelle in der Eliteliga ACB: Hinter Real Madrid (23:0 Siege) ist Valencia Zweiter (20:3) vor dem FC Barcelona (17:6). Valencia spielte nur deshalb zuletzt nicht in der Europaliga, weil die vier Plätze seit Jahren fest an Madrid, Barcelona, Vitoria und Malaga vergeben sind.

Valencia ist bei Alba allerdings nicht gerade die bester Erinnerung: 2010 standen sich die beiden Mannschaften im Eurocup-Endspiel in Vitoria gegenüber. Nachdem die Berliner im Halbfinale einen Coup gegen das favorisierte Team aus Bilbao gelandet hatten, war die Mannschaft um Julius Jenkins und Rashad Wright beim 44:67 ohne Chance.