Eisschnelllauf

Pechstein sorgt sich um ihre Zukunft und verzichtet auf die WM

Zukunftssorgen plagen Claudia Pechstein.

Seit den Olympischen Spielen in Sotschi schlage sie sich bei jedem Schritt mit dem Gedanken herum, wie es nun weitergehen soll. Vor gut vier Wochen war die Berliner Eisschnellläuferin trotz ihrer 42 Jahre noch Vierte und Fünfte geworden, und sie sprach von Olympia 2018. Jetzt beschäftigen sie ganz andere Fragen. „Mit wem werde ich trainieren? Wo werde ich trainieren? Hat der Verband noch genügend Geld, um professionelle Voraussetzungen bieten zu können?“, teilte Pechstein mit.

In Sotschi erlebte die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) ein Desaster, blieb gänzlich ohne Medaillen. Dem Verband drohen nun einschneidende Veränderungen, Kürzungen der Fördermittel seitens des Bundesinnenministeriums sind nicht auszuschließen. Das kann die fünfmalige Olympiasiegerin nicht ausblenden, sie fühlt sich durch die offenen Fragen in ihrer Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. „Von daher habe ich eine Entscheidung für die anstehende Mehrkampf-WM getroffen. Und die lautet: erst Probleme lösen, dann Sport treiben!“, so die Berlinerin, die sonst eigentlich auch im Verdrängen von Problemen recht gut ist. Am Wochenende wird in Heerenveen die Allround-Weltmeisterschaft ausgetragen.

Ihren Willen, trotz ihres hohen Alters nicht aufzuhören mit dem Leistungssport, bekräftigte die Bundespolizistin aber erneut. „Doch dafür müssen auch die Voraussetzungen und das Umfeld stimmen. Ich war immer bereit, Verantwortung zu tragen. Daran hat sich nichts geändert. Aber es kann und darf nicht sein, dass alle meinen: Die Alte wird’s schon richten“, sagt Pechstein. Bei der Bundespolizei hatte sie bislang einen Halbtags-Job und war für Wettkämpfe freigestellt worden. Wie die Regelungen im nacholympischen Jahr aussehen, ist momentan ungeklärt.

Noch nie sei ihre Zukunft auf dem Eis so unsicher gewesen, aber aufgeben wolle sie nicht: „Ich werde mich mit meinem Team ab sofort um die Klärung der zukunftsweisenden Fragen bemühen. Deshalb bin ich auch überzeugt davon, dass unter Mithilfe aller Beteiligten eine Lösung gefunden wird, die es mir ermöglicht, in den kommenden Jahren für Deutschland weiterhin Top-Leistungen abliefern zu können.“