Tischtennis

Eastside will perfekte Saison mit erstem Meistertitel krönen

14 Spiele, 14 Siege, was will man mehr? „Wir sind froh und glücklich, dass alles wie geplant verlaufen ist“, sagt Alexander Teichmann.

Der Präsident des TTC Eastside schiebt aber gleich mit Nachdruck hinterher, dass er schon noch etwas mehr von seinem Team erwartet: „Wir hätten das mit der Meisterschaft gern so schnell wie möglich erledigt.“

Diese Zielsetzung ist keine Überheblichkeit, obwohl der TTC noch nie Meister war. Eastside ist im Vereinstischtennis der Frauen in dieser Saison so dominant wie früher der FSV Kroppach oder der TTC Langweid, die mittlerweile aus finanziellen Gründen in tieferen Liga-Gefilden verschwunden sind. Zum ersten Mal wird in diesem Jahr eine Bundesliga-Meisterrunde der vier besten Mannschaften gespielt. Die Punkte aus den direkten Vergleichen werden mitgenommen, so dass die Berlinerinnen schon jetzt ein ordentliches Polster vor der Konkurrenz haben (siehe Aktuelles in Zahlen). Es gibt kein Play-off, sondern noch einmal eine Punkterunde jeder gegen jeden. Drei weitere Siege würden reichen, um am Ziel zu sein. Die restlichen Partien wären dann Schaulaufen. Vermutlich wird es so kommen.

Obwohl eine gewisse Unsicherheit noch immer mitschwingt. Nicht allein, weil dieser erste nationale Titel so vom Klub herbeigesehnt wird. Die Bedingungen der Berliner Spielerinnen sind auch anspruchsvoller als die vieler Konkurrentinnen. Die Bundesliga ist für sie nur ein Teil des sportlichen Programms. Sie klappern internationale Turniere ab, um ihren Status in der Weltrangliste – Shan Xiaona (41), Gina Pota (44), Kristin Silbereisen (50) und Irene Ivancan (56) stehen allesamt unter den Top 60 der Welt – mindestens zu verteidigen. Und kommen oft abgehetzt zu den Punktspielen.

„Die Siege sind uns manchmal schwerer gefallen, als es die Tabelle jetzt aussagt“, erklärt Teichmann. Alle Gegner seien gegen den Favoriten Berlin besonders motiviert und lieferten Topleistungen ab. Während Shan und Co. in punkto Konzentration und Kraft an ihre Grenzen stoßen. Gerade der Auftaktgegner Tusem Essen (Sonnabend, 14 Uhr, Saefkow-Halle) mit seinen erfahrenen Spielerinnen Elke Schall-Süß und Nadine Bollmeier sei „immer schwierig“. Und schon am nächsten Morgen folgt die strapaziöse Reise nach Kolbermoor in Bayern, wo das nächste Spiel ansteht.

Aber das sind auch Luxusprobleme. Mancher Konkurrent hätte gern so eine Besetzung wie Eastside. Wie zu hören war, arbeitet Essen daran. Irene Ivancan, in Berlin ausgemustert, soll kommende Saison für Tusem antreten.