Aufstiegskampf

Feind des Glücksspiels

Torhüter Haas glaubt noch an den Aufstieg mit Union und hofft auf eine langfristige Zukunft bei den Köpenickern

Mit den Spielankündigungsplakaten hat Union im Moment ebensowenig Glück wie mit eigenen Führungen. Nach dem 1:1 in Fürth nach zwischenzeitlichem 1:0 für die Köpenicker war klar, dass Linksverteidiger Michael Parensen wegen seiner fünften Gelben Karte am Freitag im Heimspiel gegen Paderborn fehlen wird. Für die Partie wirbt Union auf Plakaten ausgerechnet mit dem Antlitz des Allrounders. Ähnliches Pech hatte der Klub in den beiden Heimspielen zuvor mit Christopher Quiring, der gegen Frankfurt nicht im Kader stand und Martin Dausch, der wegen einer Grippe gegen Ingolstadt ausfiel.

Am Glück wollte es Daniel Haas aber nicht festmachen, dass Union mal wieder eine Chance ungenutzt ließ, Punkte auf einen direkten Konkurrenten gutzumachen. Statt auf zwei Punkte an Fürth heranzukommen, beträgt der Abstand zu einem direkten Aufstiegsplatz weiter sechs Punkte. Der Torhüter konnte nur mit den Schultern zucken: „Das ist wie letztes Wochenende oder das Wochenende davor. Immer wieder verpassen wir die Chance, oben hineinzurutschen.“

Damit dies gelingt, müssten die Köpenicker allerdings ihre Führungen verteidigen. „Wenigstens haben wir in Fürth nicht noch verloren wie zuvor gegen St. Pauli. Aber wir müssen dann einfach mal das zweite Tor machen“, fordert Haas. Denn die Unentschieden helfen den Eisernen nicht weiter. Schon vier Punkteteilungen aus sechs Partien in diesem Jahr leistete sich das Team von Trainer Uwe Neuhaus. Das reicht dann selbst in der unsteten Führungsgruppe der Zweiten Liga nicht, um voranzukommen.

Die vielen Remis halten allerdings die Hoffnung aufrecht, dass der Knoten im Aufstiegskampf doch noch platzt. Mut machen da vor allem die Partien gegen direkte Konkurrenten, die noch kommen, wie der derzeitige Tabellendritte Paderborn am Freitagabend. „Der Zug für den Aufstieg ist absolut noch nicht abgefahren“, betonte auch Daniel Haas. „Es muss einfach mal ein Dreier her, damit wir auf eine positive Schiene kommen.“

Unions Nummer eins hofft auch im persönlichen Bereich auf eine positive Entwicklung. Der Zweijahresvertrag des 30-Jährigen läuft aus. Anfang des Jahres gab es ein erstes Gespräch mit Manager Nico Schäfer. Die fehlende Einigung mag daran liegen, dass Union selbst noch keinen endgültigen Entschluss gefasst hat, wie der Verein in der Torwartsituation agieren wird. Nach dem Abschied von Jan Glinker zum Saisonende steht allerdings fest, dass Haas Konkurrenz bekommen soll. Der langjährige Union-Keeper Glinker hatte sich zu deutlich in die Rolle der Nummer zwei im Kasten gefügt.

Uwe Neuhaus muss sich selbst die Frage beantworten, ob er einen Keeper holen möchte, der in einen offenen Zweikampf um die Nummer eins geht. Die schlechten Erinnerungen an das verunglückte Duell zwischen Marcel Höttecke und Glinker vor vier Jahren, aus dem beide als Verlierer hervorgingen, dürften den Ausschlag für die alternative Variante geben. Das wäre ein ehrgeiziger, entwicklungsfähiger Keeper, der als Nummer zwei trotzdem den Konkurrenzkampf anfacht.

Beiden Varianten ist gemein, dass Haas über den Sommer bei Union bleibt. Dafür spricht nicht nur seine sportliche Leistung. Er bringt auch seine Persönlichkeit immer mehr ins Spiel ein. „Natürlich beschäftigt uns als Familie die Frage nach der Weiterbeschäftigung“, gibt die Nummer eins zu. „Wir haben unsere Zeit in Berlin langfristig geplant.“ Beweis dafür ist das Haus, das er mit seiner Familie im Landkreis Potsdam-Mittelmark bewohnt. Es ist gekauft und nicht gemietet. Zu seinem eigenen Vertrag sagte Haas nur: „Ich pokere nicht.“

Glücksspiel ist nicht die Sache des Keepers. Ganz im Gegensatz zu den Machern des Spielankündigungsplakats für das übernächste Heimspiel gegen Cottbus. Sie setzten Björn Kopplin auf die Anzeige. Der Linksverteidiger kam in dieser Saison nur auf fünf Ligaspiele.