Sportgericht

Jürgen Klopp muss 10.000 Euro Strafe zahlen

BVB-Trainer akzeptiert die Verurteilung durch den DFB

Jürgen Klopp ist erneut um 10.000 Euro ärmer. Zum wiederholten Mal wurde der Trainer von Borussia Dortmund wegen unsportlichen Verhaltens mit einer Geldstrafe belegt. Damit reagierte das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) auf die Vorkommnisse beim Bundesligaspiel am Sonnabend gegen Borussia Mönchengladbach. Heißsporn Klopp war in der Nachspielzeit zum vierten Offiziellen Christoph Bornhorst gelaufen und hatte diesen angeschrien. Daraufhin war er aus dem Innenraum verwiesen worden. Der Fußball-Lehrer stimmte dem Urteil zu, es ist damit rechtskräftig.

Referee Deniz Aytekin hatte nach eigenem Bekunden in seinem Bericht festgehalten, „das sich Herr Klopp mehrfach unflätig verhalten“ habe. Für die Maßnahme des Schiedsrichters hatte der Coach jedoch wenig Verständnis aufgebracht. „Ich bin in meinem Leben oft zu Recht bestraft worden. Diesmal nicht“, hatte er nach der Partie kommentiert. „Ich habe nur gerufen ‚Und da pfeifst du nicht?‘. Allerdings mit meinem inzwischen weltbekannten Gesichtsausdruck. Dafür kann er mich nicht wegschicken.“

Klopp war zuletzt im Champions-League-Spiel beim SSC Neapel nach einem Protest beim vierten Offiziellen aus dem Innenraum verwiesen worden. Die Disziplinarkommission der Europäischen Fußball-Union hatte ihn deshalb Anfang Oktober mit einer Sperre von insgesamt zwei Partien belegt. In Deutschland kam Klopp bisher immer mit Geldstrafen davon. Die Gesamtsumme beläuft sich nunmehr auf 58.000 Euro.

In der Bundesliga und in der Zweiten Liga musste Klopp nach einer Statistik des Magazins „Kicker“ jeweils dreimal seinen Platz an der Seitenlinie vorzeitig räumen, zudem einmal im DFB-Pokal (20. Dezember 2011) in Düsseldorf und in der Königsklasse in Neapel. Nach dem Auftritt am Fuße des Vesuvs gingen die Fotos von Klopps Wut-Grimasse durch die internationalen Gazetten. „Wenn ich jetzt sage, das kommt nicht mehr vor, sagen die meisten wahrscheinlich: Der Klopp hat ’nen Schuss! Ich wollte so etwas nicht mehr machen, habe es trotzdem gemacht und muss die Konsequenzen tragen“, sagte der BVB-Coach damals kleinlaut und demütig.

Klopp ist ein äußerst engagierter und emotionaler Trainer, aber auch ein Gerechtigkeitsfanatiker. Am Sonnabend waren es einige umstrittene Pfiffe von Aytekin, die seinen Adrenalinspiegel in die Höhe trieben. Die Saison mit zahlreichen Verletzten und bereits sieben Niederlagen, davon vier im eigenen Stadion, haben offenbar auch am Nervenkostüm des Trainers genagt. Wenn Klopp brodelt, sollten ihm möglichst auch Medienvertreter aus dem Weg gehen. ZDF-Reporterin Claudia Neumann zum Beispiel raunzte er im Beitrag fürs Aktuelle Sportstudio („Sie sitzen hier rum und machen Urlaub“) an.