Fußball

Punkt statt Ausrufezeichen

Union liegt nach dem Remis in Fürth schon vier Punkte hinter den Aufstiegsplätzen und wartet nun seit drei Spielen auf einen Sieg

Sören Brandy brauchte nicht lange, um den Auftritt seines 1. FC Union bei der SpVgg Greuther Fürth treffend zusammenzufassen. „Wenn man in Fürth einen Punkt holt, ist das sicherlich okay“, sagte der Offensivmann des Berliner Fußball-Zweitligisten also, „aber wenn wir oben dabei sein wollen, ist das zu wenig.“

Nur die 90 Minuten betrachtet, ist das 1:1 (1:0) beim Bundesliga-Absteiger ohne Zweifel ein Punkt, den Union gern mitnimmt. Denn anders als bei den vorigen Gastspielen waren die Köpenicker Kicker keineswegs unterlegen. Doch im Aufstiegsrennen liegt Union nun schon vier Punkte hinter dem SC Paderborn auf Relegationsplatz drei, gar sechs Zähler hinter dem Ligazweiten Fürth und praktisch nicht einholbare neun Zähler hinter Klassenprimus Köln. Vor diesem Hintergrund blieb auch Trainer Uwe Neuhaus nur ein Fazit für die Dienstreise nach Mittelfranken übrig: „Mit dem Ergebnis bin ich nicht zufrieden.“

Das galt jedoch nicht für die Partie seiner Mannschaft. Fürth früh attackieren und mit viel eigenem Ballbesitz beschäftigen, so lautete die Marschroute. Und die Spieler taten, wie ihnen geheißen. Schon in der eigenen Spielhälfte sahen sich die Hausherren den Attacken der Unioner ausgesetzt, zumindest die mitgereisten Berliner Fans unter den 11.545 Zuschauern hatten Spaß. „Wir haben Fürth lange beschäftigt“, sagte Brandy. Nur die sich daraus ergebenen Möglichkeiten wurden, anders als angekündigt, nicht konsequent genutzt.

Simon Terodde spielte den weit aus seinem Tor herausgeeilten Fürther Torwart Wolfgang Hesl aus, hatte jedoch im Nachsetzen das Bein gegen Abwehrspieler Mergim Mavraj zu hoch – Chance vertan (22.). Damir Kreilach versuchte es aus gut 20 Metern – zu harmlos (30.). Und Brandys Kopfball nach einer Ecke von Benjamin Köhler klatschte nur an die Latte. Die Fürther, denen die Anfangsphase gehörte, hatten dem nur eine Möglichkeit durch Nikola Djurdjic (5.) und einen Schuss von Zoltan Stieber über das Tor (15.) entgegenzusetzen.

Union war im Minimum ebenbürtig und ging auch verdient in Führung. Aus 30 Metern drosch Torsten Mattuschka einen Freistoß in den Fürther Strafraum. Am Fünfmeterraum stieg Brandy in die Höhe und köpfte den Ball noch vor Torwart Hesl zum 1:0 ins Tor (43.), sein siebter Saisontreffer. Vor allem für Fürths Verteidiger Benedikt Röcker ein schmerzhaftes Erlebnis, denn Hesl rammte beim Rettungsversuch seinen Abwehrspieler derart um, dass dieser benommen am Boden blieb und mit blutender Nase behandelt werden musste.

Jubiläum für Mattuschka

„Wir haben eine richtig gute erste Halbzeit gespielt. Zur zweiten Halbzeit sind wir aber nicht mehr so gut rausgekommen“, sagte Torsten Mattuschka. Für den Kapitän war es der 150. Auftritt in Liga zwei im Union-Trikot. „Ich hoffe, dass in dieser Saison noch neun Spiele dazu kommen. Und wenn es in der nächsten Spielzeit noch mehr werden, dann haben wir unser Saisonziel nicht erreicht“, erklärte Mattuschka mit Blick auf ein weiteres Jahr in Liga zwei, das nach dem Remis von Fürth wieder ein wenig wahrscheinlicher geworden ist.

Die Knackpunkte gab es zehn Minuten nach Wiederbeginn. Erst vergab Mattuschka die große Gelegenheit, auf 2:0 zu erhöhen, weil sein Kopfball – noch dazu völlig unbedrängt – aus gut zehn Metern weit über das Tor flog. Dann glich Fürth praktisch im Gegenzug aus. Nach einem Eckball ließ Innenverteidiger Mario Eggimann Fürths Stürmer Ilir Azemi aus den Augen. Der Albaner nutze eine Kopfballverlängerung von Röcker völlig frei zum 1:1 (56.).

Fürth war am Drücker. Und Union begann zu zittern. Sollte gegen die Franken wie schon im Hinspiel (2:4) nach einer Führung verloren werden? Seinerzeit hatte ebenfalls Mattuschka die Riesenchance zum 2:0 vergeben, ehe das Unheil seinen Lauf nahm. Neuhaus, der auf der linken Seite wieder mit Marc Pfertzel und Brandy agierte (zudem ersetzte Roberto Puncec den gesperrten Fabian Schönheim), musste reagieren. Nachdem Djurdjic (64.), Niko Gießelmann (66.) und Stieber (68.) beste Chancen für Fürth ausgelassen hatten, kamen Adam Nemec für Terodde (70.), Christopher Quiring für Mattuschka (73.) und Patrick Kohlmann für Michael Parensen (76.).

Union bekam die Partie wieder in den Griff, für den ersehnten Sieg reichte es jedoch nicht mehr, trotz des Platzverweises für Mavraj in der Nachspielzeit. „Wir haben jetzt drei Spiele in Folge nicht gewonnen. Wir müssen endlich anfangen, dreifach zu punkten, sonst ist der Zug abgefahren“, sagte Brandy. Nächster Gegner ist am Freitag (18.30 Uhr, Alte Försterei) der Tabellendritte Paderborn.