Abstiegskampf

Stevens gefällt sich vor Debüt in Bremen als harter Hund

Huub Stevens genoss die erneut aufflammende Debatte über sein autoritäres Image sichtlich.

Trotz des extremen Drucks vor seiner ersten Partie als Trainer des abstiegsbedrohten VfB Stuttgart bei Werder Bremen reagierte der als „harter Hund“ geltende Niederländer äußerst locker und humorvoll. „Ich finde es super, dass Menschen mich als knurrig und hart abstempeln“, sagte er grinsend. „Eines weiß ich: Ich versuche, ehrlich zu sein.“

Sportvorstand Fredi Bobic bescheinigte dem Hoffnungsträger im Kampf um den Klassenerhalt: „Er ist absolut ehrlich. Das ist eine wichtige Tugend – und manchmal auch hart.“ Angesprochen auf ihre gemeinsame Zeit bei Hertha BSC, wo Stevens Trainer des Stürmers war, sagte Bobic: „Er hat mich mal in den Arm genommen, aber auch in den Hintern getreten.“

Allerdings behauptet Stevens, dass er sich in den zurückliegenden 15 Jahren verändert, weiterentwickelt und mehr Lebenserfahrung gewonnen habe. Sein Motto sei: „Ein Tag, an dem man nichts lernt, ist nichts wert.“ Diesen Prozess will er mit den VfB-Profis fortsetzen. Erst seit Sonntag ist Stevens als Nachfolger von Thomas Schneider im Amt, der wegen acht Niederlagen in Serie beurlaubt worden war. „Die Mannschaft ist gut drauf“, sagte er. „Ich merke, dass die Spieler konzentriert und willig sind.“ Aber es sei nicht einfach, das Team nach nur vier Tagen zu beurteilen.

Obwohl der VfB als 15. in der Tabelle nur noch einen Punkt von einem direkten Abstiegsplatz entfernt ist, wollte Stevens einen Sieg in Bremen am Sonnabend (15.30 Uhr/Sky) nicht als absolutes Muss bezeichnen. Es geht ihm darum, eine Basis für den Abstiegskampf zu legen.

Um an der Weser bestehen zu können, müsse Stuttgart so stabil wie Bremen auftreten: nicht nur in der Organisation, sondern auch mental. Welchen Spielern er bei seiner Premiere vertraut, wollte Stevens nicht verraten. Auch nicht, ob es personelle Veränderungen geben werde. Klar ist nur, dass neben einigen Verletzten Timo Werner aktuell fehlt. Wegen der Abiturprüfungen hat der Jungprofi trainingsfrei. „Das Abi hat Vorrang“, betonte Bobic. Im Kader soll der Stürmer trotzdem stehen.