Basketball

Selbst Obradovic ist begeistert von seinem Alba-Team

Akeem Vargas macht einen erschöpften, aber zufriedenen Eindruck. Mit Recht.

Der 23-jährige Basketball-Profi von Alba Berlin absolviert seine erste Saison im internationalen Wettstreit und steht auf Anhieb im Viertelfinale des Eurocups. Nicht schlecht für einen Debütanten, nicht schlecht für die neu zusammengestellte Mannschaft. Gerade hatten die Berliner in der O2 World Dinamo Sassari aus Sardinien mit 96:93 niedergerungen, jetzt wartet in der nächsten Runde der BC Valencia, der sich mit äußerster Mühe gegen Chimki Moskau durchsetzte. Kennt Vargas, der vergangene Saison die 2. Bundesliga bereicherte, die Spieler des spanischen Spitzenteams denn? Na klar, kommt als Antwort, „aus dem Fernsehen. Es ist cool, jetzt mal gegen die zu spielen.“

Respekt ja, Angst nein – so tritt Alba auf. Dabei ist Vargas nicht der einzige Novize in Europa. Gleiches gilt etwa für Reggie Redding, aus Tübingen nach Berlin gewechselt, der mit einer Selbstverständlichkeit gegen die Italiener Verantwortung übernahm, als sei er genau das gewohnt. Auch andere wie Jonas Wohlfarth-Bottermann oder Levon Kendall sind keine Europa-Veteranen, aber alles andere als verschüchtert. Albas internationale Zwischenbilanz ist mit 15 Siegen in 18 Spielen derart gut, dass Geschäftsführer Marco Baldi stolz sagt: „Dass wir jetzt da stehen, ist grandios.“

Der Rest ist jetzt Zugabe

Das Team steckt ja mitten in einem Entwicklungsprozess. „Es wird weiter wachsen“, glaubt Baldi, „uns fehlt noch viel. Trotzdem sind wir schon weiter, als wir erwartet haben.“ Was den Fans imponiert, sind Tugenden wie Leidenschaft, Herz, Wille, Kampf. Die Mannschaft reißt mit, weil sie sich nie geschlagen geben will. Völlig egal, dass es in anderen Bereichen wie individueller Qualität, Status, Selbstvertrauen, Erfahrung noch einiges zu verbessern gilt. Dafür brauchen die Spieler vor allem Zeit.

Sollen sie kriegen. Es sagt viel, dass der nie zufriedene Trainer Sasa Obradovic zugibt: „Ich bin zufrieden.“ Der Serbe schätzt das Erreichte so ein: „Viele gute Teams sind schon draußen. Das Viertelfinale ist ein Erfolg für uns. Ich wäre nicht enttäuscht, wenn wir jetzt ausscheiden.“ Das hat er seinen Spielern nach dem Erfolg gegen Sassari in der Kabine mitgeteilt. „Der Rest ist Zugabe“, bestätigt Vargas die Ansage des Coaches.

Aber ist er das wirklich? Das erste Viertelfinale findet am 18. oder 19. März in Spanien statt, das Rückspiel eine Woche später in Berlin. „Das wird eine noch größere Herausforderung“, sagt Levon Kendall. Der Kanadier fügt aber gleich hinzu: „Eine Chance haben wir auch gegen die.“ Respekt ja, Angst nein.