Basketball

Sassari soll Albas Heimstärke zu spüren bekommen

Einzug ins Viertelfinale des Eurocups ist greifbar nahe

Es waren vielleicht die härtesten vier Wochen dieser Saison. Sieben Auswärtsspiele und nur ein Heimspiel hatte das Basketballteam von Alba Berlin zu absolvieren, viermal gewann es, vier Spiele gingen verloren. Zuletzt war das Team von Sasa Obradovic bei zwei extrem offensivstarken Mannschaften zu Gast. In Oldenburg unterlagen die Berliner mit 73:82, drei Tage zuvor schlugen sie im Eurocup Dinamo Sassari in eigener Halle auf Sardinien 91:83.

An diesem Dienstag (20.30 Uhr, O2 World, rbb online) wollen sie sich im Rückspiel für „das vielleicht beste Saisonspiel“ (Leon Radosevic) gegen den italienischen Pokalsieger belohnen. Am liebsten mit einem Sieg, aber auch eine Niederlage mit sieben Punkten Differenz würde Alba reichen, um in das Viertelfinale einzuziehen. Gelingt eines von beiden, hätte Alba international schon mehr erreicht, als der Klub als Saisonziel vorgegeben hatte. Zur Belohnung gäbe es ein weiteres anspruchsvolles Auswärtsspiel, wahrscheinlich im sonnigen Spanien: Valencia gewann sein Achtelfinalhinspiel gegen Chimki Moskau mit 75:59.

Auf Sardinien seien „die Beine frisch, in Oldenburg eher müde“ gewesen, erklärt Nationalspieler Alex King, der mit seinem Team per Bus am Sonntagmorgen um halb fünf wieder in Berlin war. „Wir hatten Sonntag frei, was gut war, den Kopf frei zu bekommen. Jetzt müssen wir nicht viel Neues lernen, wir haben ja gegen Sassari gerade erst gespielt.“

Zu Hause erst einmal verloren

Dass sich King freut, „endlich wieder zu Hause zu spielen“, mit der „zusätzlichen Energie der Fans“, verwundert nicht. Denn bislang hat Alba in dieser Saison von 21 Heimspielen nur eines verloren (gegen Bremerhaven), die Auswärtsbilanz ist mit 12:9 Siegen auch positiv, aber längst nicht so beeindruckend. „Für mich sind es vor allem die Reisen, die verhindern, dass man auswärts seine beste Leistung abruft, gerade im Europapokal“, sagt Leon Radosevic. „Wenn du auf der Anreise einen ganzen Tag unterwegs bist, dann schlaucht das einfach.“

Diesmal hatte das Team aus Italien die Last der beschwerlichen Anreise. Auf mögliche Folgen sollte sein Team allerdings nicht hoffen, sagt Radosevic, der in der Saison zuvor als Spieler von Armani Mailand die Auswärtsstärke Dinamos zu spüren bekam. „Da habe ich zweimal in Sassari gewonnen und zweimal zu Hause verloren. Ich stelle mich darauf ein, dass das Rückspiel schwieriger wird als das Hinspiel auf Sardinien.“

Er und auch King wissen, dass sie den Gegner von Beginn an massiv unter Druck setzen müssen. „Sie haben viele sichere Schützen im Team, die im Hinspiel nicht unbedingt ihren besten Tag hatten“ warnt der Kroate. „Sicher lag das auch an unserer Verteidigung, aber wenn sie plötzlich anfangen, heiß zu laufen und aus zehn Metern zu treffen, kannst du selbst mit der besten Verteidigung nichts ausrichten.“