Dopingfälle

Vorwürfe gegen Ex-Präsident Rogge

Der frühere IOC-Präsident Jacques Rogge soll dafür gesorgt haben, dass während der Winterspiele 2002 zwei mögliche Dopingfälle nicht weiterverfolgt wurden.

Dies geht aus Aussagen des US-Wissenschaftlers Don Catlin in Interviews mit der „New York Times“ und dem TV-Sender TV2 hervor. Catlin war vor zwölf Jahren Chef des Anti-Doping-Labors in Salt Lake City. Rogge habe ihn gefragt: „Können Sie den Fall vor dem Cas (Internationaler Sportgerichtshof, d. Red.) gewinnen?“ Er habe dem IOC-Präsidenten die Frage mit „ja“ beantwortet, aber darauf hingewiesen, dass die zum Ende der Spiele aufgedeckten Dopingfälle der Langläufer Johan Mühlegg, Larissa Lasutina und Olga Danilowa schon genügend Arbeit verursachen würden. „Also haben wir entschieden, es an diesem Punkt zu stoppen“, sagte Catlin. Wäre nur einer der fünf Fälle verloren gegangen, wäre „deine Glaubwürdigkeit in dieser Frage zerschossen“. Namen nannte er nicht, die Proben landen anonymisiert im Labor. Eine Nachverfolgung ist nicht mehr möglich, da die Proben vernichtet und die Fälle verjährt sind.