Wintersport

Historischer Sieg für Neureuther und Dopfer

Erstmals zwei Deutsche im Ski-Weltcup vorn

An einem der größten Tage für den deutschen Skisport wurde Felix Neureuther noch einmal schmerzlich an die schwärzeste Stunde seiner Laufbahn erinnert. „Es ist so brutal, dass das nicht vor zwei Wochen passiert ist“, sagte der 29-Jährige. „Das“ war der erste deutsche Doppelerfolg im Ski-Weltcup, den Neureuther beim Spezialslalom in Kranjska Gora vor seinem Teamkollegen Fritz Dopfer einfuhr – exakt 15 Tage nach dem auf dramatische Art verkorksten Torlauf bei den Olympischen Spielen in Sotschi.

Dort war Neureuther ausgeschieden und Dopfer als Vierter um 0,05 Sekunden an Bronze vorbeigeschrammt. Doch jetzt schlugen die beiden Kumpels in einem gleich aus mehrerlei Hinsicht geschichtsträchtigen Tag zurück: Zwei Deutsche auf den Rängen eins und zwei – das hat es in knapp 48 Jahren Weltcup noch nie gegeben. Erst zum sechsten Mal standen überhaupt zwei deutsche Männer gemeinsam auf dem „Stockerl“. Und: Mit vier Saisonsiegen stellte Christian Neureuther einen deutschen Rekord auf, sein neunter Weltcup-Triumph führte ihn überdies auf eine Stufe mit dem bisher Besten, dem dreimaligen Olympiasieger Markus Wasmeier.

„Es war keine einfache Zeit für mich in den vergangenen Wochen. Was da passiert und auf mich eingeprasselt ist, war brutal“, sagte Neureuther mit Blick auf Olympia und die unglückliche Vorgeschichte mit seinem Autounfall auf der Anreise: „Aber man sieht: Selbst aus den größten Niederlagen komme ich gestärkt raus. Ich kann sehr, sehr stolz sein, dass ich mich nicht habe hängen lassen. Das tut brutal gut.“

Platz eins in Gesamtwertung

Dopfer meinte nach seinem besten Weltcup-Slalom, der ihn erst zum zweiten Mal in dieser Disziplin aufs Podium führte: „Das ist meine Medaille. Es ist genial für mich, endlich zahlt sich die Arbeit mal aus. Dass Felix auch noch gewinnt, ist umso genialer.“

Zumal Neureuther nun auch beste Aussichten hat, als erst zweiter Deutscher nach Armin Bittner (1989 und 1990) den Slalom-Weltcup zu gewinnen. Vor dem letzten Torlauf des Winters am Sonntag in Lenzerheide/Schweiz liegt er fünf Punkte vor dem Österreicher Marcel Hirscher, der in Slowenien nur auf Rang fünfter landete. „Es geht mir körperlich endlich wieder gut“, sagte Neureuther: „Jetzt muss ich noch einmal eine Woche sehr gut trainieren, dann schaut's gut aus.“