Basketball

Albas Jagd auf Bamberg und Bayern ist beendet

Berliner konzentrieren sich auf Erreichen von Platz drei

Ein bisschen lag es an den Unparteiischen. „Wenn Clifford Hammonds und Reggie Redding so früh im Spiel jeweils drei Fouls gepfiffen bekommen, hat das auch was mit den Schiedsrichtern zu tun“, ärgerte sich Alba Berlins Sportdirektor Mithat Demirel nach dem 73:82 in Oldenburg. Auch die Doppelbelastung mit den vielen Spielen im Eurocup steckt dem Team in den Knochen. „Sicher hatten wir lange Reisen, aber das ist keine Entschuldigung“, relativierte Sasa Obradovic. Der Alba-Trainer nannte nämlich einen weiteren Grund für den nie gefährdeten Erfolg der Baskets: „Julius Jenkins war hier heute der Schlüssel, er hat schwere Würfe getroffen und war nicht zu kontrollieren.“

Der 33-jährige US-Amerikaner war gegen sein Ex-Team in Feierlaune. In seinem 300. Bundesligaspiel versagten ihm zwar beim Freiwurf die Nerven (nur zwei Treffer in acht Versuchen). Dafür zielte er aus größerer Distanz um so genauer. Fünfmal traf Jenkins allein von der Dreierlinie; Albas gesamtes Team schaffte nur zwei Dreier. Insgesamt standen in der Berliner Mannschaft viele Spieler neben sich. Levon Kendall, Jan-Hendrik Jagla, Alex King oder Jonas Wohlfarth-Bottermann waren kein großer Faktor. Eine herausragende Vorstellung bot niemand. Auch der beste Alba-Werfer Reggie Redding traf erst, als die Partie längst entschieden war. 17 seiner 23 Punkte gelangen ihm, nachdem sein Team mit 29 Zählern in Rückstand geraten war. Trotzdem lobte Obradovic diesen Kampfeswillen, denn immerhin hat Alba so den direkten Vergleich (Hinspiel 89:65) gewonnen. Durchaus möglich, dass dies im Zieleinlauf um die besten Play-off-Plätze eine Rolle spielen wird.

So viel steht nach 24 von 34 Spieltagen fest: Alba ist kein Bayern- oder Bamberg-Jäger mehr. Diese beiden Klubs werden Platz eins und zwei untereinander ausspielen. Für die Berliner geht es nur darum, im Wettlauf mit Oldenburg, Quakenbrück, Bonn und Ulm Platz drei oder vier zu ergattern, um wenigstens mit Heimvorteil in die erste Play-off-Runde starten zu können. Drei ihrer letzten vier Auswärtsspiele in der Bundesliga haben die Berliner nun verloren, was nicht unbedingt optimistisch stimmt und dem ehrgeizigen Obradovic kaum schmecken dürfte. Dafür dürfte ihm das Lob seines Oldenburger Kollegen Sebastian Machowski zwischen den Zeilen gefallen haben, der sagte: „Wir haben heute 35 Minuten lang eine der besten deutschen Mannschaften dominiert.“

Ob diese freundliche Einschätzung zutrifft, das entscheiden allerdings nicht die Schiedsrichter, die Reisen und auch nicht Julius Jenkins, sondern das Alba-Team ganz allein. Wenn es deutlich mehr von seinem Potenzial zeigt als bei der Pleite in Oldenburg.