Aufgabe

Volleyball-Liga unter Schock: Traditionsklub Moers meldet ab

Am Sonntag feierte sich der deutsche Volleyball und seine neuen Pokalsieger vor über 10.000 Fans – jetzt, nur wenige Tage nach der Party in Halle/Westfalen, sorgt der angekündigte Rückzug eines Traditionsklubs für Katerstimmung.

Der Moerser SC gab bekannt, am Saisonende keinen Antrag auf eine Lizenz in der ersten oder zweiten Bundesliga zu stellen. Ein Schock für die Szene.

Dem Meister von 1992 und Europapokal-Sieger von 1990 fehlt nach dem Absprung dreier Sponsoren das Geld, wie der Vorsitzende Günter Krivec erklärte. Die Haushaltslücke belaufe sich auf eine halbe Million Euro. „Das sind zwei Drittel unseres Etats“, sagte der 71-Jährige. Während Moers die Saison zu Ende spielen wird, war den RWE Volleys Bottrop bereits während der Bundesliga-Hinrunde die Lizenz entzogen worden. Auch der viermalige Pokalsieger Generali Haching steht für die kommende Spielzeit noch ohne neuen Hauptsponsor da.

Finanzielle Probleme machten zuletzt auch dem VC Dresden zu schaffen. „Wir sehen es mit Sorge, dass immer mehr Mannschaften rausfallen“, sagte Hachings Manager Josef Köck, „das ist ein Thema, über das sich auch die Liga Gedanken machen muss.“

Weniger dramatisch für die Liga beurteilte Friedrichshafens Manager Stefan Mau den Moerser Entschluss. „Wir haben drei neue Bewerbungen für die neue Saison, da kommt frischer Wind rein“, sagte er. Mau kritisierte Moers für die Art des Rückzugs. Es sei fraglich, ob man um den Verzicht auf die Lizenz „so viel Wind“ machen müsse. Der geplante Abschied der Moerser ist für Liga und Verband keine Werbung in eigener Sache. Sie bemühen sich gerade um mehr Fernsehzeiten und eine Zentralvermarktung.

BR Volleys gewinnen souverän

Ähnlich wird der Fall in Berlin gesehen. „Das ist sehr bedauerlich“, sagte Matthias Klee, Geschäftsstellenleiter der BR Volleys. Er sieht aber keine Alternative. „Liga und Vereine müssen sich mehr professionalisieren. Und es gibt Vereine, die diese Entwicklung gehen wollen und sich das zutrauen.“ Aus der Zweiten Liga wollen TSV Herrsching, SVG Lüneburg und Netzhoppers KW-Bestensee den Sprung ins Oberhaus wagen.

Die Berliner bezwangen am Mittwochabend in einem Nachholspiel die CV Mitteldeutschland 3:0 (25:15, 25:21, 25:11) und bleiben Tabellenführer Friedrichshafen auf den Fersen.