Länderspiel

„In der Ukraine hätten wir nicht gern gespielt“

Klinsmann testet Herthas Brooks lieber auf Zypern

Jürgen Klinsmann hat die Tage in der Heimat genossen. Das Drehkreuz Frankfurt ist so etwas wie der Hafen der Glückseligkeit, wenn der deutsche Nationaltrainer der USA mit seinem Team auf Reisen geht. Der ehemalige Weltklasse-Stürmer Klinsmann hat sich mit Bekannten getroffen, Interviews gegeben – und viel gelacht. Die Realität holte den Sonnyboy mit Wahlheimat Kalifornien allerdings am Dienstag ein. Für den amerikanischen Tross ging es per Charterflug nicht wie ursprünglich geplant nach Charkow, sondern nach Zypern.

Wegen der politischen Unruhen in der Ukraine ist das Länderspiel zwischen den beiden Teams bereits Ende Februar auf die Mittelmeerinsel verlegt worden. Gerüchte über eine mögliche Komplettabsage bestätigten sich nicht, aber erst am Dienstagfrüh bestätigten die Ukrainer dem US-Verband, dass sie Mittwoch antreten werden. Fußball ist zurzeit mehr denn je nur Nebensache in diesem zerrissenen Land. „In der Ukraine hätten wir momentan nicht gern gespielt“, sagte Klinsmann. Für den 49-Jährigen ist die Partie in Zypern die letzte Chance, seine europäischen Legionäre vor der Kadernominierung und dem Start der Vorbereitung am 14. Mai unter die Lupe zu nehmen. „Sie sollen zeigen, dass sie hungrig sind, auf den WM-Zug aufzuspringen“, meinte Klinsmann. Mit John Anthony Brooks, Alfredo Morales und Terence Boyd setzt er dabei auf drei Spieler, die bei Hertha ausgebildet wurden. Fabian Johnson (Hoffenheim) und Julian Green (FC Bayern) sind zwei weitere Deutschland-Legionäre im Kader.

Dass er bei der WM 2014 nichts dem Zufall überlassen will, hatte Klinsmann mit der Ansetzung eines zweiwöchigen Trainingslagers in Sao Paulo im Januar bewiesen. Das US-Team konnte so bereits sein Hotel und die Trainingsanlage kennenlernen. „Jetzt haben wir das Gefühl, zu wissen, was auf uns zukommt“, sagte der Ex-Torjäger. Klinsmann rechnet mit einem „Turnier des Willens“.

Der gebürtige Stuttgarter hat auch gut lachen. Kürzlich hat er seinen Vertrag als US-Coach bis 2018 verlängert und um den Job des Technischen Direktors erweitert. Und Klinsmann plant mit dem „schlafenden Riesen“ mittelfristig den großen Wurf. „Unser Ziel ist es, irgendwann einmal in einem WM-Halbfinale zu stehen und dann zu sagen: ,Jetzt greifen wir euch an‘“, erklärte er. Sein Traum sei es, das US-Team in die Top Ten zu bringen. Bei der zurückliegenden WM in Südafrika schieden die Amerikaner im Achtelfinale aus.