Prozess

Keine Einigung zwischen Franz und Hertha

Gütetermin vor dem Arbeitsgericht scheitert

Keine 25 Minuten dauerte der Termin vor dem Arbeitsgericht Berlin, Kammer 27. Dann verkündete Iris Sanchez Alfonso, die Vorsitzende Richterin: „Die Güteverhandlung ist gescheitert.“ Damit bleibt es dabei: Hertha-Profi Maik Franz muss bis auf weiteres bei der Regionalliga-Mannschaft von Hertha und nicht beim Erstliga-Kader trainieren. Der Antrag auf eine einstweilige Verfügung wurde von der Franz-Seite zurückgezogen.

Hertha hatte Anfang Februar Franz, 32, und Peer Kluge, 33, von den Profis vorübergehend zur U23 geschickt. Die Richterin wies daraufhin, dass Franz diese Option, in die Zweite Mannschaft versetzt zu werden, in seinem Vertrag bei Hertha unterschrieben hat. Wenn Franz aufgrund „von Leistungmängeln in der ersten Mannschaft nicht eingesetzt“ werden könne, helfe es ihm doch, „wenn er Wettkampfpraxis in der zweiten sammele, oder“, fragte die Richterin.

Frank Rybak, der Anwalt von Franz, wandte ein, dass der Vertrag seines Mandanten mit Hertha nur für die Erste und Zweite Liga gelte. Deshalb sei nicht plausibel, warum Franz nun in der Regionalliga spielen solle. Dann fragte Rybak, wenn Hertha „Leistungsmängel“ bei Franz sehe, ob es ein medizinisches Gutachten gebe, dass die Mängel belege.

Franz ergriff einmal das Wort und wartete mit einem Kompromissvorschlag auf: „Ich bin nach Berlin gekommen, um in einer Profimannschaft zu trainieren. Der Unterschied zwischen der ersten und vierten Liga ist immens. Ich kann mir vorstellen, drei Einheiten oben und drei Einheiten unten zu trainieren.“ Darauf mochte Herthas Anwalt Joachim Rain nicht eingehen. „Ich kann vor dem Arbeitsgericht nicht vorgreifen, wie Trainer Jos Luhukay die Angelegenheit sportlich entscheidet.“

Die Richterin legte beiden Seite nahe, sich außergerichtlich zu einigen. Der Vertrag von Franz bei Hertha läuft noch bis Juni 2015. Kommt keine Einigung zustande, wird die Angelegenheit bei einem Kammertermin vor dem Arbeitsgericht am 23. April grundsätzlich verhandelt.