Fußball

Union verpasst Sprung auf Platz drei

Der Zweitligist kassiert auf St. Pauli einen herben Dämpfer im Aufstiegsrennen. Treffer von Terodde zu wenig

Uwe Neuhaus hatte den Schuldigen für die Niederlage gleich ausgemacht. „Das Gute ist, dass wir wissen, dass es nur an uns lag“, sagte der Trainer des 1. FC Union. Gerade hatte seine Mannschaft mit 1:2 (0:0) im Verfolgerduell beim FC St. Pauli verloren und damit auch beim siebten Auftritt in Hamburg nicht gewonnen – vom verpassten Sprung auf Relegationsplatz drei der Zweiten Liga ganz zu schweigen. „Diese Niederlage ist bitter, weil wir nach der Pause das Spiel diktiert haben. Dann musst du wenigstens einen Punkt mitnehmen, darfst aber nie und nimmer verlieren. Das ist vielleicht das, was uns noch fehlt, um ganz oben ran zu kommen“, sagte Torsten Mattuschka.

Eines war im Duell des Fünften gegen den Sechsten von vornherein klar: Nur der Sieger würde richtig reinrutschen ins Aufstiegsrennen. Mit entsprechend großem Respekt gingen beide Teams in der ersten Viertelstunde auch zunächst zu Werke. Es galt, unbedingt Fehler zu vermeiden. So suchte Union vor allem die Stabilität in der Defensive, während die Hamburger zwar optisch leicht überlegen waren, mit dieser Überlegenheit allerdings nichts anzufangen wussten.

Union bewahrte die nötige Ruhe, um die Hamburger, die nach zuletzt drei Heimniederlagen ohne eigenen Treffer nun vor 29.063 Zuschauern im ausverkauften Millerntor-Stadion die Negativserie endlich beenden wollten, in Schach zu halten. Die erste Chance bekamen auch die Gäste – und was für eine. Ein Eckball wurde kurz auf Mattuschka gespielt, der auf Damir Kreilach flankte. Dessen Kopfball konnte St. Paulis Torwart Philipp Tschauner nur nach vorne abwehren. Der Nachschuss des aufgerückten Innenverteidigers Mario Eggimann wurde im letzten Moment noch abgeblockt.

Haas verhindert einen Rückstand

Eine Aktion, die die Hausherren wach machte. St. Pauli antwortete mit einem Schuss von Marcel Halstenberg aus 22 Metern (25.). Dann musste zunächst Union-Keeper Daniel Haas im letzten Moment gegen John Verhoek (29.) klären, eine Minute später blockte Linksverteidiger Michael Parensen einen Schuss des Niederländers ab.

Kurz vor der Pause konnte sich Union wieder ein wenig befreien. Ein Mattuschka-Schlenzer verfehlte das rechte obere Toreck nur knapp (39.), auf der Gegenseite ging ein Mohr-Kopfball rechts am Tor vorbei (41.). In der 45. Minute hatte Union dann das Pech, dass Schiedsrichter Robert Kempter (Sauldorf) ein Handspiel von Mohr im Strafraum nicht mit einem Elfmeter ahndete.

„Es ist ganz wichtig, dass wir uns nicht davon beeindrucken lassen, falls der Schiedsrichter ein paar Entscheidungen für oder gegen uns fällt“, hatte Neuhaus von den Seinen gefordert. Und seine Mannschaft ließ sich davon auch nicht beeinflussen. Im Gegenteil, gleich nach Wiederbeginn scheiterten Simon Terodde (49.), Marc Pfertzel (52.) und Sören Brandy (54.) mit ihren Schüssen. Jetzt war jenes Tempo im Verfolgerduell, das man zu Beginn der Partie noch vermisst hatte. Weil Union die Hausherren jetzt bereits in deren Spielhälfte attackierte und die Hamburger nicht zur Ruhe kommen ließ.

Köhler scheiterte nach einem Mattuschka-Pass an Tschauner (58.), jetzt mussten die Köpenicker doch endlich in Führung gehen – und sie taten es. Denn nach der folgenden Ecke ließ Torwart Tschauner erneut einen Kreilach-Kopfball nach vorne abprallen, Terodde schaltete am schnellsten und kam vor Verteidiger Halstenberg an den Ball - 1:0, die verdiente Führung (58.).

3000 Union-Fans in Hamburg

Doch der Jubel bei den 3000 mitgereisten Union-Fans hielt gerade einmal drei Minuten. Weil nach einem Freistoß in den Union-Strafraum und Pfertzels verunglückter Abwehr der Ball zu Sebastian Schachten kam, St. Paulis Defensivmann an der Strafraumgrenze nicht energisch genug attackiert wurde und sein Schuss aus der Drehung unhaltbar an Haas vorbei zum 1:1 ins Union-Tor flog (61.).

Der Treffer gab St. Pauli mehr Auftrieb, die Angriffe der Hanseaten wurden zielstrebiger. Union sah sich mehr und mehr mit Defensivarbeit konfrontiert und hatte Glück, dass ein Freistoß aus 35 Metern von Halstenberg nur an den rechten Pfosten klatschte (71.). Union revanchierte sich mit einem Lattentreffer von Mattuschka (85.). Dann kam Fin Bartels und riss Union zwei Minuten vor Schluss aus allen Träumen vom ersten Sieg auf St. Pauli. „Ich hoffe, dass wir mit dem ersten Heimsieg seit November vergangenen Jahres jetzt auch ein wenig Euphorie entfachen können“, sagte der glückliche Matchwinner.