Bundesliga

Frankfurt ist nicht genug

Armin Veh verlässt die Eintracht zum Saisonende, soll aber noch den Klassenerhalt schaffen

Am Tag nach dem sportlichen Befreiungsschlag mit dem 2:1 über Stuttgart herrschte Abschiedsstimmung. Doch seinen Humor hatte der scheidende Armin Veh trotz allem nicht verloren. „Jupp Heynckes hat nach Bekanntgabe seines Weggangs mit Bayern alles gewonnen“, sagte der Trainer von Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt, der seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird.

Ernst wurde Veh allerdings, als er vor acht Kamerateams und 25 Journalisten auf einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz seinen überraschenden Weggang von den Hessen im Sommer begründete. „Ich schüttle nicht gerne dem anderen Trainer die Hand, wenn ich verloren habe. Die Verantwortlichen machen hier alles, um die Eintracht zu etablieren. Aber das sind nicht unbedingt meine Ziele“, meinte der gebürtige Augsburger, der die Eintracht während seiner dreijährigen Amtszeit zurück in die erste Liga und den Europacup geführt hatte. Mit dem Sieg am Sonntag gegen Stuttgart hatte das Team um Torjäger Alexander Meier einen entscheidenden Schritt Richtung Klassenerhalt gemacht. Doch Veh fehlen beim Tabellen-Zwölften die Perspektiven.

Über seine Zukunft hat er noch nicht entschieden – allerdings wird der 53-Jährige immer wieder mit Schalke in Verbindung gebracht.

Holt ihn Held zu Schalke?

Dort ist sein alter Spezi Horst Heldt Sportchef, mit dem er 2007 Stuttgart überraschend zum Deutschen Meister gemacht hatte. „Ich habe noch keinen Verein in der Hinterhand und weiß noch nicht, was ich mache“, betonte Veh. Sportdirektor Bruno Hübner bestätigte, dass die Frankfurter noch mit keinem Trainer verhandelt haben. Er betonte aber, dass der Veh-Nachfolger die Eintracht-Philosophie („erfrischender Offensiv-Fußball“) weiterführen solle. Im Gespräch soll laut „Kicker“ Markus Babbel (zuvor Hoffenheim, Hertha BSC und Stuttgart) sein.

Eine sofortige Trennung von Veh ist allerdings kein Thema. „Es ist unumstößlich, dass er seinen Vertrag erfüllt“, erklärte Vorstandsboss Heribert Bruchhagen, der den Trainer gerne gehalten hätte: „Wir haben alles dafür getan.“ Bereits im Winter-Trainingslager in Abu Dhabi im Januar hatte Veh die Verantwortlichen über seine Entscheidung unterrichtet. Bruchhagen und Co. beschlossen aber, den Zeitpunkt der Bekanntgabe aufgrund der sportlichen Situation nach hinten zu verschieben.

Veh dementierte aber ein Gerücht, wonach er seinem Team wenige Stunden vor dem Duell mit Stuttgart von seinem Abgang erzählt habe. „Ich habe am Montagmorgen mit den Jungs gesprochen“, bekräftigte der 53-Jährige, der sich nicht als „Lame Duck“ (lahme Ente) fühlt: „Ich bin nicht müde.“ Die Profis traf die Nachricht unvorbereitet. „Das kommt schon sehr überraschend“, meinte Johannes Flum.

Unter Vehs Führung hatte Frankfurt erstmals seit 19 Jahren im Europacup überwintert, war dann in der Zwischenrunde am FC Porto gescheitert.

Vor allen Dingen in den letzten Wochen hatte Veh immer wieder von der „kleinen Eintracht“ gesprochen, deren Spieleretat sogar unter dem von Lokalrivale Mainz liege. „Es wird schwer genug, bis zum Saisonende drei Mannschaften in der Tabelle hinter uns zu lassen“, hatte er betont und wiederholt bessere Scouting-Möglichkeiten eingefordert.