Leistung

Wolfsburg verliert Champions League aus dem Blick

Frankfurt stürzt Stuttgart noch tiefer in die Krise

Klaus Allofs konnte kaum glauben, was er da gerade gesehen hatte. „Es war furchtbar. Dass alle sagen, wir seien jetzt ein Champions-League-Anwärter, hat unseren Spielern wohl den Kopf verdreht“, sagte der Sport-Geschäftsführer des VfL Wolfsburg nach dem 2:6 (1:4) bei 1899 Hoffenheim. Champions League? Wolfsburg? In der Form vom Sonntag wird das definitiv nichts – trotz aller Millionen.

Besonders eine desaströse Defensivleistung monierte Allofs, und auch Trainer Dieter Hecking klagte, seine Mannschaft habe „die Tore reihenweise hergeschenkt“. Am Ende wurden es sechs, nur mit Mühe vermied Wolfsburg die Einstellung seiner höchsten Bundesliga-Niederlage (2:7). „Das war unsere schwarze Seite“, sagte Allofs, angesichts von zuvor vier Siegen in Serie. Immerhin bleiben die Niedersachsen nach dem 23. Spieltag auf dem fünften Rang. Allerdings wird es vermutlich auch kommendes Wochenende nichts zu holen geben: Dann ist Bayern München zu Gast.

Der Auftritt in Hoffenheim gibt Wolfsburg keine Hoffnung, diese Serien zu beenden. Roberto Firmino (4.), Niklas Süle (37.), Anthony Modeste (39. und 43.), Sejad Salihovic (82., Foulelfmeter) und Sven Schipplock (86.) hatten teils wenig Mühe, ihre Tore zu erzielen. Bas Dost (15.) und Ivan Perisic (76.) waren für die Wolfsburger erfolgreich, bei denen Christian Träsch wegen groben Foulspiels die Rote Karte sah (81.). 1899-Trainer Markus Gisdol sprach nach dem höchsten Hoffenheimer Bundesliga-Sieg zufrieden von einer „extrem fulminanten ersten Halbzeit“, wies aber schmunzelnd auch auf eine kurze Schwächephase in der zweiten Hälfte hin.

Die hatte auch der VfB Stuttgart bei Eintracht Frankfurt, allerdings kostete sie die Schwaben den Sieg. Bis zur 80. Minute führte das Team von Thomas Schneider mit 1:0, dann drehten die Hessen im Abstiegsduell den Spieß um. Fast ängstlich schlichen die Spieler des VfB nach der Fortsetzung ihrer nun historischen Horrorserie den Fans entgegen, um ihre achte Bundesliga-Niederlage in Folge zu erklären. „Ich bin natürlich wahnsinnig enttäuscht über den Verlauf des Spiels. Wir haben das beste Spiel seit Wochen gemacht und hatten die Taktik gut gewählt.“, sagte Schneider.

Stattdessen schwebt der VfB nach dem Last-Minute-Gegentreffer zum 1:2 (1:0) in allerhöchster Abstiegsgefahr, und Schneider droht die Entlassung. Er schließe nichts aus, sagte VfB-Sportvorstand Fredi Bobic. Nur noch die bessere Tordifferenz trennt die Schwaben von einem direkten Abstiegsplatz, Frankfurt hingegen rückte auf den zwölften Tabellenrang vor.

Vor 43.000 Zuschauern war der VfB durch Harnik (31.) in Führung gegangen, doch Jan Rosenthal (80.) und Alex Meier (89.) drehten das Spiel. Die Hessen feierten somit drei Tage nach ihrem bitteren Aus in der Europa-League-Zwischenrunde gegen den FC Porto einen enorm wichtigen Sieg im Abstiegskampf. „Diese drei Punkte sind in der Tat extrem wichtig für uns. Wir müssen jede Woche so fighten wie in diesem Spiel“, sagte Meier nach seinem sechsten Saisontor.