Eishockey

Mulock sichert den Eisbären einen wichtigen Punkt

Berliner besiegen München erst nach Penaltyschießen

Das Spiel in der eigenen Halle interessiert immer am meisten. Aber es ist die Zeit, in der die anderen Partien, die parallel laufen in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), die Aufmerksamkeit nicht minder auf sich ziehen. Ergebnisse aus anderen Arenen können kurz vor dem Ende der Hauptrunde schließlich einen gehörigen Einfluss ausüben auf das Wohlbefinden. Vor allem auf den Rängen. Dort werden Spielstände auf dem Smartphone gecheckt, es wird gerechnet. Im Kopf stets die Frage: Reicht es schon?

Im Fall des EHC Eisbären geht es um das Pre-Play-off, die Runde, in der die Mannschaften auf den Rängen sieben bis zehn die letzten beiden Viertelfinal-Teilnehmer ausspielen. Die Tendenz der Berliner zeigte zuletzt nach oben. Das führte sogar zu der Möglichkeit, mit der viertletzten Partie das Pre-Play-off sichern zu können. Dazu mussten die Eisbären gegen Red Bull München ihren Teil erledigen. Mit 3:2 (1:0, 1:1, 0:1) nach Penaltyschießen taten sie das nicht ganz ausreichend. Denn da auch Augsburg gegen Köln punktete (3:4 nach Penaltyschießen), glückte dem Meister der Einzug in das Pre-Play-off noch nicht.

Wiedersehen mit zornigem Pagé

Das Duell mit den Münchnern hatte eine besondere Brisanz. Zum einen ist Pierre Pagé dort Trainer, der Mann, der mit den Berlinern 2005 und 2006 die ersten beiden DEL-Titel gewann und dann im Unfrieden schied. Jetzt will der cholerische Kanadier mit Red Bull und viel Geld im Rücken die Münchner zum Meister machen. In der ersten Saison verlief das Projekt nur selten zufriedenstellend. Trotzdem aber besitzt Red Bull als Siebter noch die Chance, sich auf Rang sechs vorzuschieben und direkt in das Viertelfinale einzuziehen.

Entsprechend der Konstellation ging es auf dem Eis recht verbissen zur Sache. Ebenso an der Bande. Mal beschwerte sich EHC-Trainer Jeff Tomlinson bei den Schiedsrichtern, mal richtete Pagé all seine Wut gegen die Unparteiischen. Das erste Mal war er bedient, als Darin Olver schon nach drei Minuten die Führung für den EHC erzielte. Aus der eigenen Hälfte hatte Barry Tallackson einen Pass zu Mark Bell gespielt, der den Raum öffnete. Bell legte zu Olver ab, der ohne Mühe einschob.

Es entwickelte sich danach ein Duell auf Augenhöhe, mal brachten die Berliner ihre Angriffe besser durch, mal die Münchner. Kurze Phasen leichter Dominanz wechselten sich ab. Der Unterschied bestand jedoch darin, dass München nur zu sehr wenigen Torschüssen kam. Als ein Schuss neben das Tor an die Bande ging, setzten die Berliner allerdings nicht nach. Alexander Barta, der frühere EHC-Stürmer, nutzte dies zum Ausgleich (22.). Die Berliner hatten ihn im Abseits gewähnt, Tomlinson diskutierte vergeblich mit den Referees.

Dafür lief die Partie nun mehr und mehr für die Eisbären, München fing sich einige Strafzeiten ein. Allein das Powerplay des Titelverteidigers funktionierte an diesem Tag kaum. Selbst eine doppelte Überzahl von 1:38 Minuten brachte nichts ein. Der folgende Angriff über Darin Olver führte dann aber zum gewünschten Ergebnis, Mads Christensen drückte den Puck im Nachschuss zum 2:1 über die Linie (34.). Für die Gäste war dies das Signal, den Druck zu erhöhen, durch Yannic Seidenberg kamen sie zum Ausgleich (54.). So ging es in die Verlängerung und in das Penaltyschießen, wo Travis Mulock den zweiten Punkt für den EHC sicherte. Die Entscheidung über den weiteren Saisonverlauf war dennoch vertagt, sie kann nun am Sonntag fallen, wenn die Berliner die Augsburger empfangen. Der Blick auf andere Ergebnisse ist dann unnötig.