Leistung

Bei Union ist die Zeit der Ausreden vorbei

Für den Aufstiegstraum muss ein Sieg gegen Frankfurt her

Die geistige Frische habe gefehlt. Damit hatten die Spieler des 1. FC Union die maue Nullnummer gegen Dresden zu erklären versucht, die sie zum Punktspielstart 2014 eingefahren hatten. Die hohe Fehlerquote sei es dann gewesen, warum es auch in Düsseldorf (1:1) nicht zu einem Sieg gereicht hatte. Am Freitagabend ist der FSV Frankfurt zu Gast in der Alten Försterei (18.30 Uhr, Sky). Eine Mannschaft aus dem Mittelfeld der Zweiten Liga, die zudem bei Union bislang weder ein Tor erzielt, geschweige denn einen Punkt geholt hat. Dazu besteht die Chance, mit dem derzeitigen Tabellenzweiten Fürth gleichzuziehen, der am Montag beim Spitzenreiter Köln antritt. Wann, wenn nicht jetzt, ist die Zeit also reif für den ersten Sieg des Jahres?

„Ich weiß nicht, wie oft wir noch solche Chancen bekommen werden“, machte Trainer Uwe Neuhaus deutlich, dass die Partie gegen die Hessen durchaus von großer Bedeutung ist. Erst recht, nachdem er höchstselbst verkündet hatte, bereits in diesem Sommer aufsteigen zu wollen. „Wir wären doch Idioten angesichts der Tabellensituation, wenn wir jetzt sagen, wir wollen nicht aufsteigen“, sagte Neuhaus.

Dass der Klub, der am Donnerstag die 45.000-Euro-Strafe vom DFB wegen Fan-Fehlverhaltens akzeptierte, weiter in Schlagdistanz zu den Aufstiegsplätzen ist, liegt auch am Schwächeln der Konkurrenz. Kaiserslautern holte nur drei von sechs möglichen Punkten, Karlsruhe wie Union nur zwei, Fürth und St. Pauli gar nur einen. Doch das wird nicht so weitergehen, zumal sich nun Paderborn mit zwei Siegen neu hinzugesellt hat.

Individuelles Training

„Man hat im Training schon gemerkt, dass das Vertrauen in die eigene Stärke zurückkehrt“, gab Sören Brandy einen Einblick in die Psyche der Mannschaft. Der Offensivmann forderte: „Es wird Zeit, dass wir nachlegen.“ Dafür hat der Coach zu neuen Maßnahmen gegriffen. Bis zum Mannschaftstraining am Mittwoch ließ er seine Spieler nur individuell trainieren oder einen Test gegen die eigene U23 (2:2) bestreiten. Die Spieler sollten den Kopf frei bekommen, sich damit vertraut machen, dass der intern ohne Zweifel längst formulierte Aufstiegswunsch nun auch öffentlich gilt.

Wirklich beeinflussen lassen wollen sich die Spieler dadurch nicht. „So, wie die Ergebnisse in den vergangenen Wochen waren, hat die Tabelle noch wenig Aussagekraft“, sagte Brandy. Maximal fünf Sekunden habe er zuletzt auf das Klassement geschaut. „Viel wichtiger ist, dass wir und auf Freitag konzentrieren“, erklärte der Blondschopf. Und auf den ersten großen Schritt in Richtung Bundesliga-Traum.

Es war Dirk Zingler, der Klubchef, der in der Winterpause mit Blick auf das Saisonende wissen ließ: „Ich wäre enttäuscht, wenn wir die Dinge nicht genutzt haben, die wir hätten nutzen können.“ Die Spieler sind gegen den FSV Frankfurt aufgefordert zu zeigen, dass sie längst noch nicht all ihr Potenzial genutzt haben. Die Zeit der Ausreden ist an der Alten Försterei jedenfalls vorbei.