Basketball

Reif für die Insel

Auf Alba wartet im Eurocup-Achtelfinale ein starkes Team von Sardinien

Sardinien, sagt Marco Baldi, sei „meine Lieblingsinsel“. Unzählige Male ist Alba Berlins Geschäftsführer dort schon in Urlaub gewesen. Aber wenn er zum nächsten Mal auf die Mittelmeerinsel kommen wird, „werde ich das wohl nicht so genießen können.“ Denn auf Sardinien erwartet seine Mannschaft im Achtelfinale des Eurocups eine ganz schwere Aufgabe: Dinamo Banco di Sardegna Sassari.

Nach dem 92:83-Sieg zum Abschluss der Zwischenrunde gegen den serbischen Vertreter Radnicki Kragujevac hatten Spieler und Trainer am Mittwochabend gespannt darauf gewartet, gegen wen man nun in der Runde der besten 16 Mannschaften würde antreten müssen. Die meisten waren dann doch erstaunt, als sie gut eine halbe Stunde nach Spielende in der O2 Word erfuhren, dass der Gegner nicht Brose Baskets Bamberg heißen würde, sondern eben Sassari.

Der Deutsche Meister hätte sich eine Niederlage mit elf Punkten Unterschied leisten können, doch die Franken gingen auf der Insel mit 84:102 ein. Was für die Stärke der italienischen Mannschaft spricht.

„Bemerkenswert“, so Baldi, sei das, was Sassari zurzeit leistet. Dinamo ist die Überraschungsmannschaft in der Liga, mit Tuchfühlung zur Spitze liegt das Team von Trainer Romeo Sacchetti auf Platz sechs. Vor knapp zwei Wochen gelang der große Pokal-Coup: Im Final Eight setzte sich Sassari im Finale gegen den italienischen Meister Montepaschi Siena mit 80:73 durch. Im Viertelfinale wurde mit Mailand eine Mannschaft ausgeschaltet, die in der Europaliga auf dem Weg ins Viertelfinale ist.

Als Gruppensieger hat Alba nun den Vorteil, erst einmal auswärts antreten zu können. Auf Sardinien wird am 4./5. März gespielt, in Berlin findet das Rückspiel am 11./12. März statt. Die genauen Termine müssen noch festgelegt werden. Wäre den Berlinern Bamberg lieber gewesen? „Schlagen müssen wir ohnehin jeden Gegner, egal wen“, sagt Albas Flügelspieler Jan Jagla. Baldi findet es „stimmiger“, in einem europäischen Wettbewerb gegen einen ausländischen Gegner spielen zu können.

In Bamberg hatte das Ausscheiden im Eurocup gleich Konsequenzen. Zackery Wright und Novica Velickovic verlassen den Klub. Nachdem der Meister bereits in der Vorrunde der Europaliga gescheitert war, steht nun Trainer Chris Fleming in der Kritik. Michael Stoschek von Hauptsponsor Brose hat seinen Unmut geäußert. Noch sagt Geschäftsführer Wolfgang Heyder jedoch: „Der Trainer steht nicht zur Debatte, für mich ist er unumstritten.“