Historischer Sieg

Björndalen ist jetzt der beste Wintersportler aller Zeiten

Beim Sieg mit der Mixed-Staffel schreibt Norwegens 40-jähriger Biathlon-Star Geschichte

Als auch der zehnte Schuss sicher ins Ziel gebracht war, huschte fast so etwa wie ein Lächeln über sein Gesicht. Ole Einar Björndalen wusste, dass er mit seiner überragenden Schießeinlage den Grundstein für eine historische Leistung gelegt hatte. Der Schlussläufer der Norweger, Emil Hegle Svendsen, brachte die Mission dann souverän zu Ende. Mit dem Sieg in der Mixed-Staffel gewann der 40-jährige Björndalen vor den Augen von Norwegens König Harald V. und seiner Frau Sonja das achte olympische Gold seiner Karriere und krönte sich damit zum erfolgreichsten Teilnehmer in der Geschichte Olympischer Winterspiele. „Es ist cool. Es ist eine große Sache für mich“, sagte der Rekord-Weltmeister.

Die Silbermedaille errang Tschechien, Bronze holte überraschend Italien. Die deutsche Staffel erreichte nur Platz vier. Begeistert vom Rennen war IOC-Chef Thomas Bach. „Dieser Wettkampf ist eine gelungene Bereicherung des Olympia-Programms“, sagte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees. Die Mixed-Staffel hatte am Mittwoch ihre olympische Premiere gefeiert. Zu Beginn der Winterspiele hatte Björndalen bereits im Sprintrennen triumphiert, mit der zweiten Goldmedaille in Sotschi löste er Langläufer Björn Dählie als Rekordgewinner ab. Mit insgesamt 13 Medaillen – acht Gold-, vier Silber- und einmal Bronze – übertraf Björndalen Landsmann Dählie (siehe Grafik). Mit der Männer-Staffel kann Björndalen am Sonnabend noch eine weitere Medaille gewinnen. Und das wird er wohl auch. Von derlei Höhenflügen können die deutschen Skijäger nur träumen. Wieder einmal verpassten sie in Krasnaja Poljana den Sprung aufs Podest, auch gemeinsam sind sie nicht stark genug. Evi Sachenbacher-Stehle, Laura Dahlmeier, Daniel Böhm und Simon Schempp setzten damit die Serie der Enttäuschungen für die deutschen Biathleten bei den Winterspielen von Sotschi fort. „Von Anfang an war der Rückstand schon zu groß. Schon wieder ein vierter Platz. Es ist zum Haare ausraufen“, sagte Chef-Bundestrainer Uwe Müßiggang. Und weiter: „Wir haben das wieder am Schießstand verloren.“ Neun Nachlader seien zu viel gewesen. Am Ende lag das DSV-Quartett 43 Sekunden hinter dem Bronzerang zurück.

Sachenbacher-Stehle brauchte als Startläuferin insgesamt vier Extrapatronen. Die 33-Jährige wechselte als Achte auf Dahlmeier. Die erst 20-Jährige brauchte nur einen Nachlader, holte ein wenig auf und übergab mit einer Minute Rückstand als Sechste an Böhm. Der Olympia-Debütant musste ebenfalls viermal nachgreifen, brachte sein Team aber noch auf Rang vier. Doch der Rückstand auf Bronze war für Schempp trotz einer perfekten Trefferquote nicht mehr aufzuholen.

Die Staffel-Rennen der Frauen am Freitag und der Männer einen Tag darauf sind die letzten Medaillen-Gelegenheiten für die deutschen Skijäger. Bislang bejubelte das DSV-Lager nur die Silbermedaille von Erik Lesser.