Fußball

Union sucht noch seine Aufsteiger

Einzige Konstante ist bislang die Rotation im Team von Trainer Neuhaus

Es ist seit Jahren Tradition beim 1. FC Union, dass einer der Profis die Heimspiele der Köpenicker auf jenen Plakaten ankündigt, die in der Stadt zu sehen sind. Für das Duell am Freitag gegen den FSV Frankfurt (18.30 Uhr, Alte Försterei) sieht man Christopher Quiring den Ball dynamisch vor sich her treiben. Die Problematik, die sich den Plakatmachern stellt, ist dabei stets die gleiche: Steht jener Akteur im betreffenden Spiel überhaupt auf dem Platz?

Im Fall von Quiring kann festgehalten werden: wohl eher nicht. Das liegt zum einen daran, dass Quiring im internen Test gegen die eigene U23 des Berliner Fußball-Zweitligisten (2:2) nicht überzeugen konnte. „Als Lizenzmannschaft muss man sich gegen die U23 durchsetzen“, sagte Neuhaus. Die Laufbereitschaft war nicht in der vom Coach gewünschten Form vorhanden. Zum anderen, weil Sören Brandy sich zuletzt in Düsseldorf (1:1) auch wegen seines Treffers zurückgemeldet hat.

Beide Spieler stehen sinnbildlich für die Entwicklung bei den Köpenickern in den vergangenen Wochen. Denn die einzige Konstante im Spielerkarussell war die Rotation, wenn es um die Startelf geht. Gleich auf sechs Positionen hatte Trainer Uwe Neuhaus sein Team im Vergleich zur Nullnummer gegen Dresden für das Düsseldorf-Spiel verändert – mit mäßigem Erfolg. Droht nun gegen Frankfurt der nächste Rundumschlag?

„Ich weiß nicht, ob ich noch einmal so viel verändere“, ließ sich der Coach zwei Tage vor der Partie alle Wege offen. Gut möglich also, dass er der Elf von Düsseldorf eine neue Chance gibt. „Es ist ein bisschen auch die Erfolgsformation der Hinserie“, verdeutlichte Neuhaus.

Folgt der Übungsleiter seinem bislang eingeschlagenen Weg, wird das Team aber erneut ein neues Gesicht bekommen. Eine Möglichkeit wäre, Martin Dausch, der in Düsseldorf gut gespielt hat, wieder ins linke Mittelfeld zu stellen und Benjamin Köhler dafür ins defensive Mittelfeld neben Damir Kreilach zurückzuziehen. Klar ist nur eines: Aus Rotation Berlin muss ganz schnell wieder die Berliner Union werden, die in der Hinrunde den Gegnern in der heimischen Alten Försterei das Fürchten gelehrt hat. „Wenn wir gut kombinieren, sind wir in der Lage, gegen tiefstehende Mannschaften erfolgreich zu sein“, ist sich Neuhaus sicher. Bleibt die Frage, wie sehr die Rotation das Nervenkostüm der Spieler belastet.

DFB-Strafe von 45.000 Euro

Apropos Nerven: Weil sogenannte Fans sich nicht im Zaum halten konnten, wurde Union vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Mittwoch mit einer Geldstrafe von 45.000 Euro belegt. Der Verein kann noch bis Donnerstag gegen das Urteil Einspruch einlegen.

Während des Heimspiels gegen Fürth am 20. September war ein Profi der Gäste mit einem Becher am Kopf getroffen worden. Zudem flog ein Feuerzeug in Richtung eines verletzten Fürthers und des Schiedsrichters. Auch in den DFB-Pokalspielen in Osnabrück (25. September) und gegen Kaiserslautern (3. Dezember) wurden Gegenstände aufs Feld geworfen und Pyrotechnik abgebrannt.