Basketball

Alba belohnt sich selbst

Die Berliner besiegen im letzten Spiel der Eurocup-Zwischenrunde Kragujevac und treffen jetzt auf Sassari

Die Basketballmannschaft von Alba Berlin hat die kleine Schwächephase, in der sie zwei Spiele in Folge verloren hatte, hinter sich gelassen. Das Team von Sasa Obradovic gewann vor 7910 Zuschauern in der O2 World das letzte Spiel der Last 32 des Eurocups gegen Radnicki Kragujevac mit 92:83 (46:33). Es war ein hart umkämpftes Match, denn mit einem Sieg hätten die Gäste aus Serbien den Berlinern ins Achtelfinale folgen können. So aber zieht Chimik Juschne in die Runde der letzten 16, das 74:63 gegen Straßburg gewann.

„Niederlagen hinter sich zu lassen, ist immer gut“, freute sich Spielmacher Clifford Hammonds. Sein Coach machte seinem Team einfach nur ein Kompliment. „Wir haben jetzt beide Runden in Europa auf dem ersten Platz beendet und auch noch Konstanz in der Bundesliga gezeigt. Damit bin ich sehr zufrieden.“ Dass Alba jetzt auf Sassari und nicht auf Bundesliga-Konkurrent Bamberg trifft, war den Spielern und ihrem Coach egal, jetzt seien „ohnehin nur noch Spitzenteams im Wettbewerb“.

Bamberg hätte mit elf Punkten verlieren können, die Partie auf Sardinien endete aber aus Sicht der Franken 84:102. Zum ersten Achtelfinal-Spiel tritt Alba am 4. oder 5. März auswärts an, eine Woche später steigt das Rückspiel in Berlin. Am kommenden Sonnabend treten Obradovics Männer erst mal in der Bundesliga beim Mitteldeutschen BC an.

Die Gäste aus Kragujevac hatten sich zuvor den Ruf erarbeitet, ein Team mit ungewöhnlich zahlreichen guten Werfern zu sein. Und so begannen sie auch: Nach vorn laufen und drauf werfen, waren fast in jedem Angriff so gut wie eines. Nur sie trafen nicht so gut, wie sie es sicherlich erhofft hatten, was auch an Albas Verteidigung lag, die von der ersten Sekunde an voll da war. Zum anderen stellte sich bald heraus, dass auch die Gastgeber über gewisse offensive Qualitäten und sogar mehr Varianten verfügen. Nach den Dreiern von David Logan, Hammonds und Alex King zum 11:7 (4.) punktete Alba vermehrt aus Positionen näher zum Korb. Noch blieb Kragujevac, angeführt vom ehemaligen Alba-Spieler Marko Marinovic, im Spiel. Alba lag in der Folge nur einmal mit 17:18 zurück (10.). Keine Minute später hieß es aber wieder 21:18 und nach fünf Punkten in Folge von Kapitän Sven Schultze wurde die Führung deutlicher (31:22/15.). Dass die Halbzeit-Führung dann mit 46:33 verhältnismäßig komfortabel ausfiel, lag daran, dass die Berliner in den letzten drei Minuten nur noch drei Punkte der Gäste zuließen. Albas Verteidigung zeigte mehr und mehr Wirkung.

Redding ist bester Werfer

Ein Spiel zum Abhaken war es aber noch lange nicht. Es war zu spüren, dass die Mannschaft aus Serbien in der Lage sein würde, ein Nachlassen an Intensität auf Seiten der Berliner umgehend zu bestrafen. Schließlich war es für sie ein Spiel, das über Ausscheiden oder Weiterkommen entscheiden würde.

In den ersten Minuten des zweiten Durchgangs blieben die Gäste dank einer nach wie vor intensiven Alba-Verteidigung auf Distanz. Nach dem Dreier von Akeem Vargas betrug der Abstand nach wie vor 13 Punkte (57:44/26.). Dann aber begann die große Show des Dusan Mladan. Der serbische Flügel warf in den folgenden drei Minuten fünfmal aus der Distanz, alle fünf Würfe fanden ihr Ziel, auch die aus größter Bedrängnis. Das, was zuvor alle nur als diffuse Gefahr gespürt hatten, war Realität. Es stand nur noch 67:65 (31.), Kragujevac war dran.

Angeführt von Logan und Reggie Redding, der mit 17 Punkten vor Levon Kendall und Vojdan Stojanovski (je 14) Albas bester Werfer war, befreite sich Alba mit einer 11:0-Serie aus der bedrohlichen Situation (82:69/35.). Noch eine Angriffswelle der Gäste mussten die Berliner nicht mehr abwehren. Je dringender die Gäste die Punkte brauchten, desto überhasteter wurden die Würfe. Und unter den Körben dominierte Alba, entschied das Rebound-Duell mit 32:19 für sich. Spieler und Fans klatschten sich mal wieder lachend auf der Ehrenrunde ab.