Abschied

Kritik an Pluschenko wächst: „Egoistische Selbstinszenierung"

Dieser Abschied hatte einen Beigeschmack. Am Tag nach Jewgeni Pluschenkos verletzungsbedingtem Olympia-Ausstieg hagelte es Kritik.

Sein großer Rivale Alexej Jagudin und viele aktive Läufer verurteilten Pluschenkos späten Startverzicht als egoistische Selbstinszenierung. Der Doppel-Olympiasieger selbst beteuerte mit hochrotem Kopf in den Katakomben des „Eisbergs“ von Sotschi, dass er kein unfairer Sportsmann sei. „Ich habe Tabletten genommen und auf ein Wunder gehofft“, sagte der 31-Jährige mit Hinweis auf eine Rückenverletzung.

„Warum muss man Pluschenko verstehen und vergeben?“, fragte dagegen die russische Zeitung „Wedomosti“. Viele meinten, er hätte nach dem Gold im Teamwettbewerb den einzigen Männer-Startplatz der Gastgeber für den 18-jährigen Maxim Kowtun räumen müssen. Bis Montagmorgen hätte der dreimalige Weltmeister aus Verletzungsgründen absagen können. Der fast absehbare Rückzug direkt vor dem Einzel-Wettbewerb schadete allen. Viele kritisierten, dass Pluschenko nicht an Kowtun gedacht habe. „Maxim war bereit und hätte sofort einsteigen können, aber die Olympia-Regeln lassen das leider nicht zu“, sagte Kowtuns Choreograph Pjotr Tschernyschow. Kowtun hatte Pluschenko bei den nationalen Meisterschaften geschlagen. Dank einer Sonderregelung ermöglichte der russische Verband Putins Liebling aber dennoch einen Start in Sotschi.