Eiskunstlauf

Liebers vergibt mit Sturz kleine Chance auf Bronzemedaille

Yuzuru Hanyu freute sich eher schüchtern über die erste Goldmedaille eines Eiskunstläufers für Japan, Olympia-Neuling Peter Liebers jubelte über Platz acht. Der Berliner konnte zwar nach einem Sturz beim vierfachen Toeloop Rang fünf nach seinem grandiosen Kurzprogramm nicht halten. Die Klasse-Leistungen im „Eisberg“ von Sotschi waren aber die beste Platzierung eines Deutschen seit Platz neun von Heiko Fischer bei den Spielen 1988 in Calgary. Bei einer perfekten Kür hätte er sogar eine kleine Chance auf Bronze gehabt.

„Es war ein sehr schwieriger Wettkampf. Ich kann zufrieden sein, auch wenn der Toeloop am Anfang nicht geklappt hat. Das war nicht die Kür meines Lebens, aber eine gute Kür. Das ist eine persönliche Bestleistung“, sagte Liebers. „Eine positive Überraschung“, sagte auch Udo Dönsdorf, Sportdirektor der Deutschen Eislauf-Union (DEU), „Peter hat die Zielstellung Top Ten voll erfüllt.“ Der 25-Jährige musste als vorletzter Läufer direkt nach Hanyu und dem Silbermedaillengewinner Patrick Chan aus Kanada auf das Eis. Zwar klappte der vierfache Toeloop nicht wie in der Kurzkür, Liebers bewies nach dem Sturz aber Kampfgeist und erhielt 239,87 Punkte.

„Ich wollte die 230er Marke knacken“, sagte der Student der Biotechnologie, der sein Programm zur Musik „Who wants to live forever“ gut interpretierte. Seine Eltern waren in der Halle und fieberten mit. Besonders emotional dabei an der Bande war Trainerin Viola Striegler, die bei jedem Sprung klatschte. Die hochwertige Kombination aus dreifachem Axel und dreifachem Toeloop brachte er gut auf das Eis. „Er ist in der Weltspitze angekommen“, sagte Katarina Witt in der ARD.

An die Topleute kam Liebers noch nicht heran. Dafür fehlen ihm der läuferische Ausdruck und die feine Schlittschuh-Technik. Da ist ihm besonders der 19-jährige Hanyu weit voraus, obwohl auch er in der Kür Nerven zeigte. Trotz zweier Stürze reichte es zu 280,09 Punkten und Rang eins. Der Japaner war mit vier Punkten Vorsprung als Führender in die Kür gegangen. Da konnte der ebenfalls fehlerhafte dreimalige Weltmeister Chan (275,62) nicht ganz mithalten. Bronze ging überraschend an Denis Ten aus Kasachstan (255,10).