Medaillenhoffnung

Berliner Schwarz will das perfekte Rennen wiederholen

Eisschnellläufer mit Außenseiterchancen über 1000 Meter

Über 500 Meter lief es noch nicht so richtig für Samuel Schwarz, ein Wackler in der Kurve störte den Lauf des Berliners. Kein Problem, die 500 waren ohnehin nur ein Test, die 1000 Meter heute sind die Spezialstrecke des Eisschnellläufers.

Auf seiner Lieblingsdistanz zählt Schwarz inzwischen zu den festen Größen, vergangene Saison stand er viermal auf dem Podest. Einmal sogar ganz oben. „Daraus nehme ich viel Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein mit“, sagt der Berliner. Er ist der einzige deutsche Eisflitzer, der es überhaupt schafft, sich unter den ersten Drei zu platzieren. Entsprechend ruhen die Hoffnungen des deutschen Verbandes bei den Männern auf ihm. Auch kein Problem. „Ich kann mit Druck besser umgehen als früher“, erzählt der 30-Jährige.

In dieser Saison absolvierte er die 1000 Meter erst zweimal, die Plätze acht und sieben kamen dabei heraus, jeweils nicht unter besten Bedingungen. Einmal unterliefen ihm Fehler, vor dem zweiten Mal war er lange verletzt. „Früher hätte mich die Pause anders beschäftigt als jetzt. Aber durch die Ergebnisse haben wir gesehen, dass es richtig ist, was wir machen. Das gibt uns Ruhe“, sagt der ästhetische Gleiter. Unternommen wurde vor allem im Kraftraum eine Menge. Umfang und Intensität haben sich erhöht in der Olympiavorbereitung. Körperlich ist Schwarz so stark wie noch nie. „Das hört sich natürlich erst mal schön an, aber es stimmt letztendlich“, erzählt er. Mehr als Platz 16 wie vor vier Jahren in Vancouver wird also allemal drin sein.

Damals war nicht nur sein Leistungsvermögen geringer, auch sein Umgang mit dem Erlebnis Olympia unterscheidet sich heute: „Beim ersten Mal war ich so überbordet mit Eindrücken.“ Das hat ihn abgelenkt. Nun kann er sich viel besser auf sich selbst konzentrieren. „Ich habe mir Abläufe geschaffen und erlernt“, sagt der Berliner. Nicht mehr das Ziel steht bei ihm im Vordergrund, nicht Zeit und Platzierung, sondern er geht handlungsorientiert vor. Immer nur den unmittelbar nächsten Schritt hat er im Kopf. Und den Lauf von Harbin (China) im Dezember 2012, als er sein zweites Weltcuprennen gewann: „Das war perfekt, alles ist so abgelaufen, wie ich es mir vorher im Kopf vorgestellt habe.“ Er sieht sich diesen Lauf öfter an, als Beispiel. Genau so ein Rennen will er in Sotschi wieder auf das Eis bringen. Seine Fähigkeit dazu ist sogar größer als damals.