Snowboard

Kanadier siegt auf der Buckelpiste für behinderten Bruder

Die deutsche Medaillenhoffnung Lisa Zimmermann war mit einer Schulterprellung längst beim Arzt, als sich Ski-Freestylerin Dara Howell (Kanada) das erste Slopestyle-Gold der Olympia-Geschichte sicherte.

Das Potenzial dazu hätte auch die 17 Jahre alte Zimmermann gehabt – sie konnte es aber in der Qualifikation nicht ausschöpfen,verpasste nach vielen Wacklern als 14. das Finale der besten Zwölf.

Siegerin Howell war nur Sekunden nach ihrem Triumph in Gedanken bei ihrer verstorbenen Teamkollegin Sarah Burke. „Diese Medaille ist definitiv für Sarah. Sie hat so viel für diesen Sport getan, sie wollte immer, dass die Mädels so gut werden wie die Jungs“, sagte die 19-Jährige. Burke war 2012 an den Folgen eines Trainingssturzes gestorben. Auch im Olympiafinale gab es einen schweren Sturz, die Kanadierin Yuki Tsubota, 20, musste danach mit Verdacht auf Kieferbruch ins Krankenhaus.

Auf der Buckelpiste siegte wie 2010 Alex Bilodeau. Der Kanadier schnappte sofort im Ziel seinen Bruder Frederic und hob ihn über die Absperrung. Der Schwerbehinderte (Zerebralparese mit Störungen des Nervensystems und der Muskulatur) ist für den 26-jährigen Bilodeau Ansporn und Vorbild in einem: „Gold zu gewinnen ist das Mindeste, was ich für ihn tun kann. Wenn es für Mut Medaillen gäbe, wäre er viermaliger Olympiasieger.“