Sicherheit

Warnung: Sprengstoff in Zahnpastatuben

Kurz vor Beginn der Olympischen Winterspiele warnen die USA vor Sprengstoff in Zahnpastatuben in nach Russland fliegenden Flugzeugen.

In den Tuben oder Kosmetikbehältern könnten Terroristen Sprengstoff-Bestandteile an Bord schmuggeln und während des Fluges Bomben bauen. Diese könnten an Bord gezündet oder womöglich unbemerkt ins olympische Dorf gebracht werden. Das hätten jüngste Erkenntnisse der US-Geheimdienste nahegelegt, berichteten US-Medien unter Berufung auf Regierungsvertreter. Die Bedrohung sei vermutlich auf Direktflüge von Europa nach Russland beschränkt, hieß es.

Vize-Regierungschef Dmitri Kosak betonte vorschriftsmäßig, dass jeder Hinweis auf eine Gefahr ernst genommen werde. Das Eröffnungsfeuerwerk für Olympia am heutigen Freitag sei sicher. Präsident Wladimir Putin, der selbst einst den berüchtigten Inlandsgeheimdienst FSB leitete, gilt als Meister in Sachen Sicherheit. Geheimdienstler vieler Länder – auch das Bundeskriminalamt – sind in Sotschi vertreten. Sie arbeiten in einem Sonderstab zusammen. Insgesamt werden rund 100.000 Sicherheitsleute Sotschi während der Spiele zu einer Festung machen.

Einige Beobachter halten die US-Warnung indes eher für ein politisches Störmanöver. Moskau und Washington haben viele Rechnungen offen. Unter anderem ärgern sich die USA über das russische Asyl für den von amerikanischen Behörden gesuchten Ex-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden. Der US-Bürger hatte die NSA-Spionageaffäre ins Rollen gebracht – und lebt derzeit in Moskau an einem unbekanntem Ort.

Allerdings haben Anschläge, verübt von Terroristen aus dem russischen Konfliktgebiet Nordkaukasus, die dort für einen unabhängigen islamischen Gottesstaat kämpfen, immer wieder das Kernland Russlands erschüttert. Der tschetschenische Top-Terrorist Doku Umarow hatte per Videobotschaft gedroht, die Spiele, „mit allen Mitteln, die Allah erlaubt“, zu verhindern.