Eiskunstlauf

Putins Liebling Pluschenko überzeugt im Team-Wettbewerb

Das russische Publikum raste, sogar die Konkurrenten erhoben sich von ihren Plätzen: Lokalmatador Jewgeni Pluschenko ist zum Auftakt der olympischen Eiskunstlauf-Wettbewerbe ein grandioses Comeback geglückt.

Der gesundheitlich angeschlagene Ex-Weltmeister aus Russland führte seine Mannschaft beim neuen Team-Wettbewerb mit einem sehenswerten Kurzprogramm zu Rang eins nach dem ersten Durchgang. Mit 19 Punkten liegen die Gastgeber vor Kanada (17) und China (15). Die Auswahl der Deutschen Eislauf-Union, vertreten durch den deutschen Meister Peter Liebers aus Berlin sowie die Oberstdorfer Paarläufer Maylin und Daniel Wende, behauptete sich auf einem beachtlichen fünften Platz (10).

Nur der 19-jährige Yuzuru Hanyu war für Altmeister zu stark. Der Japaner sammelte 97,98 Punkte, Pluschenko kam auf 91,39 Zähler und hielt damit Weltmeister Patrick Chan aus Kanada (89,71) knapp auf Abstand. Pluschenko, Olympiasieger von Turin 2006, startet vor 8000 Zuschauern mit viel Nervosität in seinen Tango. Doch nach dem gelungenen Vierfach-Dreifach-Toeloop fand der 31-Jährige zu einer Form wie in besten Zeiten und überzeugte mit viel Ausdrucksstärke.

Sogar vom sonst so strengen Trainer Alexej Mischin gab es einen dicken Kuss. Mit eifrigem Winken, leicht schimmernden Augen und einem spitzbübischen Lächeln verabschiedete sich der St. Petersburger von den Besuchern. „Der Druck, zu Hause zu laufen, war schon sehr groß“, sagte Pluschenko. „Aber am Ende ging es leichter und immer leichter. Jetzt gilt es, in den nächsten Tagen weiterzukämpfen.“

Liebers lief die bislang beste Kurzkür seines Lebens. Erstmals in einem großen internationalen Wettbewerb stand der Berliner den Vierfach-Zweifach-Toeloop, auch künstlerisch konnte der 25-Jährige überzeugen wie selten.

Belohnt wurde der Schützling von Trainerin Viola Striegler mit einem persönlichen Rekord von 79,61 Punkten und Rang sechs. „Es war sehr wichtig für unsere Mannschaft, am Anfang ein sauberes Programm zu laufen“, sagte Liebers.