Fußball

Unions Trainer Neuhaus setzt Özbek unter Druck

Mittelfeldspieler muss in der Rückrunde Leistung zeigen

Neues Jahr, neues Glück? Für zwei Spieler des 1. FC Union könnte das durchaus zutreffen. Baris Özbek und Martin Dausch haben am Sonnabend zum Punktspielstart gegen Dynamo Dresden (13 Uhr, Alte Försterei) jedenfalls die große Chance zu zeigen, dass 2013 nicht ihr Fußballjahr gewesen ist. Die beiden Mittelfeldspieler blieben hinter den Erwartungen, die die sportliche Leitung um Trainer Uwe Neuhaus gesetzt hatte, zurück.

Wobei Özbek sicherlich mehr in der Bringschuld steht als Dausch. In der Winterpause des vergangenen Jahres an die Alte Försterei gewechselt, fehlte dem türkischstämmigen Profi in der Rückrunde 2012/13 oft die Frische. „In der nächsten Saison wird man eine ganz andere Dynamik bei mir sehen“, hatte Özbek dann im Sommer angekündigt. Eine Dynamik, die er aber nur beim Hinrunden-Sieg in Dresden (3:1) im defensiven Mittelfeld aufblitzen ließ.

„Ich glaube schon, das da noch Luft nach oben ist“, gab es vom Trainer in der Winterpause den entsprechenden Dämpfer: „Er hat Champions-League-Erfahrung, die hat man nicht immer gesehen. Das hatte am Anfang hauptsächlich körperliche Gründe. Die sind jetzt natürlich kein Alibi mehr.“ Neuhaus erwartet, dass der 27-Jährige jene internationalen Meriten, die er mit Galatasaray Istanbul und Trabzonspor in Königsklasse und Europa League verdient hat, nun auch bei Union „auf den Platz bringt“.

Zumal Dresden die einzige Chance sein könnte, sich dauerhaft einen Platz in der Startelf zu sichern. Denn gegen die Sachsen ist Damir Kreilach, etatmäßig im defensiven Mittelfeld, Gelb-gesperrt. Und mit Benjamin Köhler, der schon zum Jahresende vor der Abwehr agierte, gibt es einen neuen Konkurrenten für die Plätze auf der Doppelsechs.

Dies gefällt vor allem Martin Dausch. „Benny macht das sehr gut auf der Sechs. Er ist extrem zweikampfstark, gewinnt viele Kopfballduelle, hat ein gutes Timing. Er tut uns gut auf dieser Position mit seiner Ruhe am Ball“, machte der 27-Jährige deutlich. Um gleich darauf zu schmunzeln: „Es ist aber auch klar, dass ich das sage, er ist ja mein Konkurrent auf der linken Seite.“

Somit ist das Ostduell auch für den ehemaligen Aalener die große Chance, sich auf der linken Seite festzuspielen. „Gegen Dresden will ich dem Trainer zeigen, dass er mir zurecht vertraut“, kündigte Dausch an.

Auch Dausch hat Nachholbedarf

Auch ihm ist bislang nur bedingt der Nachweis gelungen, dass er eine echte Größe bei den Köpenickern werden kann. „2013 war, fußballerisch gesehen, ein ziemlich gebrauchtes Jahr“, blickte der Blondschopf noch einmal zurück: „Das hat ja in Aalen schon angefangen mit der Meniskusverletzung. Ich habe auch nur ein Tor geschossen, das darf ruhig wieder besser werden.“

Eine überragende Leistung gegen Dresden könnte dem Trainer das entscheidende Argument liefern, links auch weiter auf Dausch zu setzen. Und Köhler im nächsten Spiel bei Fortuna Düsseldorf dann neben Rückkehrer Kreilach im defensiven Mittelfeld zu belassen. Trainer Neuhaus machte aber auch deutlich: „Wenn einer ein Spiel gut spielt und das nächste nicht, dann muss er damit rechnen, dass er danach raus ist. Weil hintenan welche stehen, die auch spielen wollen, weil sie auch Qualität haben.“ Gerichtet war die Ansage an Özbek. Gültigkeit hat sie jedoch für alle Spieler, erst recht im Aufstiegsrennen.