Boxen

Klitschko kehrt für WM-Kampf nach Deutschland zurück

Weltmeister verteidigt Titel am 26. April in Oberhausen

In den vergangenen Wochen hat Wladimir Klitschko seinen Bruder Vitali in der Ukraine beim politischen Freiheitskampf unterstützt, jetzt beginnt für den Box-Weltmeister die Vorbereitung auf seinen nächsten Fight im Ring. Der 37-Jährige verteidigt seine Schwergewichtsgürtel am 26. April in Oberhausen gegen Alex Leapai, und obwohl Klitschko gewohnt tief stapelt, ist er auch gegen den 15 Zentimeter kleineren Australier (auf Samoa geboren) der Favorit.

„Ich bin gewarnt, werde mich sehr fokussiert auf ihn vorbereiten und freue mich auf diese spannende Herausforderung“, sagte Klitschko, der drei der vier Titel der nennenswerten Weltverbände hält. Nach seinem Punktsieg im Oktober in Moskau gegen den Russen Alexander Powetkin (3:0) kehrt er damit wieder einmal nach Deutschland zurück. Zeitweilig war über eine Durchführung des Kampfes gegen Leapai in Australien spekuliert worden. Der hatte überraschend einen Ausscheidungskampf im November 2013 gegen Denis Boytzow aus dem Sauerland-Team gewonnen. Womit zunächst der Traum des Berliner Profiboxstalls geplatzt war, mit einem eigenen Schwergewichtler gegen den jüngeren Klitschko antreten zu können.

Allerdings haben die Berliner mit Ex-Europameister Kubrat Pulev, 32, und Cruisergewichts-Champion Marco Huck, 29, zwei weitere Eisen im Feuer. „Kubrat ist die Nummer eins bei der IBF und steht seit über einem Jahr bereit. Und für Marco Huck gibt es seit eineinhalb Jahren ja eine Zusage von Wladimir, gegen ihn zu boxen“, hat Promoter Kalle Sauerland die Boytsow-Enttäuschung bereits verdrängt. Der 36 Jahre alte Sohn von Teamgründer Wilfried Sauerland wünscht sich, „dass sich Wladimir gegen Leapai einer lästigen Pflicht entledigt, dann hofft, gegen Kubrat leichtes Geld verdienen zu können um danach eventuell den ihm noch fehlenden WBC-Gürtel zu holen. Alternativ wäre ein gut bezahltes Duell mit Huck für ihn sicher eine Option.“ Der WBC-Gürtel ist vakant, weil Vitali Klitschko nicht mehr aktiv ist.

Forsche Töne des Herausforderers

Derweil redet sich Leapai, wie es zum Geschäft gehört, selbst stark: „Alle sprechen nur darüber, wie großartig Wladimir ist. Ich werde Wladimir besiegen, und es wird nicht einmal mein härtester Kampf sein.“ Angesprochen auf den doch arg limitierten Boxer aus Samoa sagte Marco Huck: „Ich glaube nicht, dass er weiß was er da redet. Aber ich beneide ihn um seine Chance gegen Wladimir boxen zu dürfen. Natürlich drücken Kubrat und ich Wladimir die Daumen, denn wir wollen ja auch unsere Chance bekommen.“ Kubrat Pulev ist skeptisch: „Wladimir geht mir schon zu lange aus dem Weg.“

Klitschkos Kampfrekord steht bei 61 Siegen in 64 Kämpfen. Leapai gewann 30 seiner 37 Profikämpfe.