Pro & Contra

Contra: Kann Ramos überhaupt Lewandowski in Dortmund ersetzen?

Michael Färber warnt vor dem höheren Druck

Borussia Dortmund ist auf der Suche nach einem hochkarätigen Ersatz für seinen Stürmer Robert Lewandowski, der bekanntermaßen am Saisonende zum FC Bayern wechseln wird. Dass der Champions-League-Finalist dabei Herthas Stürmer Adrian Ramos im Visier hat, überrascht dann doch. Denn es darf bezweifelt werden, dass der Kolumbianer den Polen überhaupt adäquat ersetzen kann – nicht nur wegen der Torquote in der Bundesliga, die klar für Lewandowski (0,56 Treffer pro Spiel) und gegen Ramos (0,35) spricht. In Dortmund erwartet den Südamerikaner ein konsequenter Drei-Tage-Rhythmus, was die Pflichtspieltermine in Liga, Pokal und Champions League angeht. Vor allem international warten die besten Verteidiger der Welt, Woche für Woche. Das ist bei allem Respekt schon etwas anderes, als mit dem Nationalteam alle paar Wochen mal gegen Argentinien oder Chile in der WM-Qualifikation zu spielen. Eine Eingewöhnungszeit wird es nicht geben. Ramos wäre aufgefordert, sofort Tore zu liefern, zumal die Ansprüche in Dortmund durch die Erfolge der vergangenen drei Spielzeiten mit zwei Meisterschaften, Pokalsieg und dem Endspiel der europäischen Königsklasse um ein Vielfaches höher sind als beim Aufsteiger aus Berlin. Das bedeutet enormen Druck, erst recht in einer fußballverrückten Region wie dem Ruhrpott, erst recht für einen introvertierten Typen wie Ramos. Die Zeiten, in denen er sich gern in seinen persönlichen Schutzwinkel zurückziehen konnte, wären vorbei. Auch darf nicht vergessen werden, dass er sich trotz seiner inzwischen knapp fünf Jahre in Deutschland mit der deutschen Sprache immer noch schwer tut. Das macht das Eingewöhnen nicht leichter. Kaum auszudenken, was in Ramos’ Kopf vorgehen wird, sollte der Wechsel längst beschlossen sein und es dann im Sommer nur einer von einem Europa-League-Starter zum nächsten wäre.