Pro & Contra

Pro: Kann Ramos überhaupt Lewandowski in Dortmund ersetzen?

Uwe Bremer traut ihm in der Form seines Lebens alles zu

Adrian Ramos hat Hertha BSC immer als Durchgangsstation gesehen. Die Karriereplanung des Kolumbianers bei der Ankunft 2009 war, in Europa Fuß zu fassen. Das ist bei Hertha BSC geschehen. Und sich dann mit den Besten zu vergleichen. Schon die Zahlen sprechen für sich. In 143 Hertha-Spielen hat Ramos 53 Tore erzielt, 32 vorbereitet – eine exzellente Quote. Deshalb ist es kein Zufall, dass Ramos aktuell die Torjägerliste der Bundesliga (gemeinsam mit Robert Lewandowski) anführt. Über die Zahlen hinaus bringt Ramos einige Qualitäten mit, die im modernen Fußball unablässig sind. Ramos ist schnell. Mit seiner Kopfball-Stärke hat er im Dutzend Spiele für Hertha entschieden. Eine weitere Stärke ist etwas, was nicht alle Fans sehen, sehr wohl aber Trainer wie Jos Luhukay und Jürgen Klopp: Bei Ballverlust schaltet Ramos sofort in den Modus ‚Ich bin der erste Verteidiger‘. Die schnelle Balleroberung ist eine Maxime, die keine andere deutsche Mannschaft so intensiv betreibt wie Borussia Dortmund.

Zugegeben: Ramos verfügt nicht über die internationale Erfahrung, wie Lewandowski mit dessen rund 100 Einsätzen im polnischen Nationalteam, in der Champions League und der Europa League. Aber der Kolumbianer ist auch kein Greenhorn. 22 Länderspiele hat der Stürmer für Kolumbien bestritten, 2009/10 war er bei allen Europacup-Partien von Hertha im Einsatz. Aktuell ist Ramos in der Form seines Lebens. Gut möglich, nach der Kreuzband-Verletzung von Kolumbiens Nationalheld Falcao (AS Monaco), dass Ramos noch sein Ticket für die WM in Brasilien löst. Er hat gerade seinen 28. Geburtstag gefeiert. Ramos wird alles dransetzen, seine internationale Klasse zu beweisen. Und ähnlich wie sein ehemaliger Mitspieler Raffael (jetzt Borussia Mönchengladbach) ist Ramos einer, der in einer besseren Mannschaft noch besser aussehen wird.